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TVU-Mixturnier 2026: Handball, Wiedersehen und ein starkes Gemeinschaftsgefühl

  • Subtitle: Sport

Uelzen. Beim TVU-Mixturnier geht es um sportlichen Ehrgeiz – aber ebenso um Spaß, Begegnungen und die Verbundenheit mit dem Handball. Spielerinnen und Spieler verschiedener Generationen und Vereine werden zu gemischten Teams zusammengelost. Für viele ist das Turnier ein fester Termin im Jahr und eine Gelegenheit, frühere Mitspielerinnen und Mitspieler wiederzutreffen.

Dominic Sommerburg aus dem Organisationsteam erlebt das Turnier als Gemeinschaftsprojekt. Die Aufgaben im Team seien gleichberechtigt verteilt. Das Turnier wird seit etwa 10 Jahren jährlich veranstaltet; stabile Teilnehmerzahlen sichern auch persönliche Kontakte, so ist das Turnier wie in Vorjahren ausgebucht.  Die Auslosung nach Leistungskategorien und ein spezielles Regelwerk garantieren Ausgewogenheit und Chancengleichheit. Für Heiterkeit sorgen besondere Strafen wie die „Mütze der Schande“ für rüpelhaftes Verhalten oder das Weiterspielen mit einem Boxhandschuh. Der sportliche Ehrgeiz gehört dazu, der Spaß bleibt jedoch zentral. 

Rebecca Fredrich aus der 1. Damen freut sich über ihr Team: „Meine Kondition ist zwar miserabel und mein Ehrgeiz wahrscheinlich zu hoch – aber wir haben uns alle lieb. Das ist doch schon mal eine gute Grundlage.“ 

Für Lukas Specht aus der 1. Herren steht das Wiedersehen im Mittelpunkt: „Es ist wunderschön, die ganzen Leute wiederzusehen. Alle sind nett zueinander, und in unserem Team stimmt einfach die Chemie.“ Die Teilnehmerschaft werde jünger, zugleich seien weiterhin viele erfahrene Spieler dabei. Für ihn gehe es nicht um Leistungsdruck: Die Teams sollten möglichst ausgeglichen sein und im Turnierverlauf auf ähnliche Siegchancen kommen. Nach den Spielen freue er sich auf den gemeinsamen Ausklang – mit geselligem Beisammensein.

Auch die nächste Generation war beim Turnier mittendrin: Die neunjährige Anouk aus der TVU-E-Jugend übernahm eine Schiedsrichterrolle. Ihr Vater Maurice Maus, Trainer der 1. Herren, stand selbst mit auf dem Feld. Rund um die Spiele nimmt er viele Geschichten „zum Schmunzeln und Staunen“ mit. Für Maurice Maus ist das Mix-Turnier auch wichtig für den Zusammenhalt im Verein und die Nachwuchsgewinnung. Wenn er seinem früheren Ich einen Rat geben könnte, wäre es dieser: „Sei entspannter.“

Heimat, Freundschaften und neue Generationen – ein fester Termin für Ehemalige

Steffen Roost, der früher für den TVU und den Südkreis Clenze spielte, ist mittlerweile im Handball-Ruhestand.  „Für das Mixturnier schnüre aber ich mir wieder gerne die Schuhe“, sagt Roost. „Mit vielen Spielern verbindet mich eine enge Freundschaft. Ich bin immer wieder begeistert, wie groß das Miteinander hier ist.“ Auch die Entwicklung des Sports verfolgt er aufmerksam: „Handball ist in den vergangenen Jahren schneller und attraktiver geworden – sogar in den unteren Ligen. Das macht den Sport auch für Zuschauer spannend.“ Beim Turnier merke er allerdings, dass der Ehrgeiz manchmal größer sei als die Kondition: „Nicht nur bei mir selbst. Aber Namen nenne ich natürlich nicht.“

Henning Busse vom Südkreis Clenze schätzt am Turnier besonders die Mischung aus Spaß und Gemeinschaft. „Es ist schon toll, wieder mit früheren Mitspielern auf der Platte zu stehen.“ Er hat am HEG Abitur gemacht und kennt die Halle gut: „Die Atmosphäre hier ist einmalig. Ein Spaßturnier mit gemischten Mannschaften in dieser Form ist wirklich etwas Besonderes.“ Bei aller Spielfreude sei eine verletzungsfreie Teilnahme das wichtigste Ziel.  Wie eng das Turnier mit persönlichen Erinnerungen verbunden ist, zeigt sich bei vielen Gästen, die inzwischen weit entfernt wohnen. 

Wiebke Schmidt spielte früher in Ebstorf, war selbst nie beim TVU und lebt seit elf Jahren in Leipzig, wo sie auch nach wie vor handballerisch aktiv ist. Trotzdem kommt sie jedes Jahr zum Turnier.  „Das Turnier ist toll organisiert. Ich liebe es, die Leute wiederzusehen, und freue mich jedes Jahr auf die Einladung.“ Besonders gern erinnert sie sich an ihre bisherigen Erfolge: „Zweimal habe ich schon den Pokal geholt.“ Und natürlich gehört für sie auch die „Nachspielzeit“ dazu: „Die Abschlussparty ist einfach ein schöner Ausklang. Zugleich nimmt sie einen Generationswechsel wahr: Viele junge Spielerinnen und Spieler rücken nach. 

Katja Kaden reist aus Dresden an.  Sie spielte knapp zwei Jahre in der 1. Damenmannschaft des TVU, bevor sie aus beruflichen Gründen zurückkehrte. Heute ist sie bei den Sportfreunden 01 Dresden Nord .  Ich war damals unfassbar glücklich darüber, wie herzlich mich die erste Damenmannschaft aufgenommen hat und wie viele tolle Menschen ich hier getroffen habe. Es war unglaublich leicht, Anschluss zu finden.“ Bis heute fühlt sich Katja Kaden trotz der kurzen Zeit, die sie hier verbrachte,  in Uelzen willkommen: „Die Atmosphäre ist familiär, und es sind viele junge Leute dazugekommen. Ich freue mich jedes Mal wahnsinnig, zum Mix-Turnier zurückzukommen. Beim Training wird man begrüßt, als wäre man nie weg gewesen.“

Einer der handballerisch herausragendsten Gäste des Turniers ist Jens Häusler. Bis Mitte der 1980er-Jahre spielte er in der A-Jugend des TVU. Über mehrere Stationen führte ihn sein Weg als Spieler und Trainer  bis in die Bundesliga. Als Co-Trainer und Trainer beim HSV Hamburg  gewann er die Champions League und erreichte das Finale des EHF-Pokals. Heute trainiert er die U23 des THW Kiel.  

Von einem etwaigen Promi-Status möchte er aber nichts hören: „Wenn ich hier bin, bin ich genau der, der damals weggegangen ist.“ „Mit den Jungs von damals habe ich bis heute Kontakt, und wir treffen uns regelmäßig. Wir  hatten dieses Wochenende spielfrei, deshalb konnte ich dabei sein. Wenn ich es einrichten kann, komme ich gern wieder. Heute geht es vor allem um den Spaß – und darum, die richtige Kondition zu finden. Zwölf Minuten Spielzeit sind aber auch für die Älteren noch zu schaffen.“

Besonders freut er sich auf die Begegnungen abseits des Spielfelds: „Die Party, das Wiedersehen mit alten Weggefährten und die Geschichten – alte wie neue – gehören einfach dazu. Der TVU und Uelzen sind der Ursprung meiner Karriere. Und das erste Mal vergisst man nicht.“ Angefangen habe alles als Fußballtorwart, bis ihn seine damalige Sportlehrerin zum Handball brachte.

Den Wandel des Sports hat er deutlich erlebt: „Handball ist schneller und athletischer geworden. Das kann man mit früher kaum noch vergleichen.“ Die altehrwürdige HEG-Halle sei für ihn dennoch „ein Stück Heimat“. Und was würde er seinem jüngeren Ich raten? „Mach, was du möchtest, wenn du Spaß daran hast. Vieles kannst du selbst gar nicht beeinflussen. Und manchmal lernt man eben nur durch Erfahrung.“

Für Franziska Strunk aus Kiel war das Turnier eine Rückkehr nach einer verletzungsbedingten Pause von einem Jahr. Mit ihrer Mannschaft erreichte sie beim Mixturnier den dritten Platz und traf ehemalige Teamkolleginnen des erfolgreichen weiblichen A-Jugend Oberligateams wieder. „Wir sind damals mit der ganzen Mannschaft aus Lüneburg nach Uelzen gewechselt, weil wir von Ulf Dittberner trainiert werden wollten. Den Kontakt untereinander haben wir bis heute gehalten. Für mich ist das Mix-Turnier eine schöne Gelegenheit, viele wiederzusehen – und diesmal war ich zum ersten Mal dabei. Nach meiner Schulterverletzung habe ich hier auch zum ersten Mal wieder Handball gespielt.“

Das Zusammenspiel mit den verschiedenen Generationen nimmt sie mit Humor: „Die Älteren sagen zu den Jüngeren: Lauft ihr mal schneller! Dafür stehen sie in der Abwehr besser – sie bringen eben mehr Volumen mit.“ Die familiäre Atmosphäre hat sie überzeugt: „Hier ist nichts anonym. Die Gemeinschaft ist viel besser als in einer großen Stadt. Ich komme nächstes Jahr unbedingt wieder.“

Ehrenamt und Nachwuchs im Blick

TVU-Vorsitzende Anke Apitz-Wegener sieht im Turnier ein gutes Beispiel dafür, wie sich Gemeinschaft im Verein über Generationen hinweg entwickelt. Die Handballsparte hat ihre Organisation von einer einzelnen Abteilungsleitung auf ein Team umgestellt. Aufgaben lassen sich so besser verteilen; zugleich können neue Ehrenamtliche projektbezogen einsteigen.

Die Handballabteilung habe den Nachwuchs erfolgreich gefördert, stehe organisatorisch aber auch vor Herausforderungen. Umso wichtiger seien Veranstaltungen, bei denen Menschen zusammenkommen und sich engagieren können. Im Vordergrund stehe dabei das familiäre Miteinander.

Abseits des Spielfelds kümmern Frauke Dauven und Kerstin Koch sich darum, dass Zuschauer und Gäste gut versorgt sind. Beide engagieren sich seit vielen Jahren im Catering und haben dabei immer mehr Verantwortung übernommen. Bei den Spielen der 1. Herren arbeiten sie mit einer weiteren Kollegin in einem festen Team. Die langjährige Vereinszugehörigkeit hat viele persönliche Verbindungen entstehen lassen. Dass heute auch Spielerinnen und Spieler aus unterschiedlichen Vereinen zusammenkommen, sehen sie als Bereicherung für die Handballgemeinschaft. „Gemeinsame Veranstaltungen wie das MixTurnier stärken den Zusammenhalt.“

Die Interviews zeigen, was das TVU-Mixturnier für viele ausmacht: Es bringt frühere und heutige Mitspieler zusammen, schafft neue Begegnungen und hält Freundschaften lebendig. Der sportliche Wettbewerb gehört dazu – getragen wird das Turnier vor allem von der Gemeinschaft auf und neben dem Spielfeld.

Abgerundet wurde die ganz Veranstaltung durch eine große Tombola mit vielen tollen Preisen, organsiert durch den Förderverein der Handballsparte.

Team Silber gewinnt Gold

Insgesamt traten über 120 Teilnehmende in  10 Teams, die in diesem Jahr schlicht nach Farben benannt  waren, gegeneinander an. Im Finale setzte sich das Team Silber mit 19:14 gegen das Team Pink durch und sicherte sich den Turniersieg. 

Sichtlich gezeichnet von den Strapazen, aber mit dem zweiten Platz im Gepäck, blickte Marvin Schröer, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins der Handballsparte,  auf ein intensives Turnier zurück: „Wir haben lange gekämpft und irgendwann sind wir dann auch schlapp geworden. Die Älteren gleichen die nachlassende Kraft mit Verschmitztheit und dem richtigen Augenmaß aus. Am Ende haben alle Spaß – und darauf kommt es an.“

Marius Eder, der im Siegerteam mitspielte, machte keinen Hehl aus dem sportlichen Anspruch: „Bei so einem Mannschaftssport ist Ehrgeiz immer dabei und letztlich auch ausschlaggebend.“ Trotzdem sei das Turnier insgesamt sportlich und freundlich verlaufen – auch wenn natürlich alle den Pokal gewinnen wollten. Mitspielerin Katja Kaden hob die geschlossene Mannschaftsleistung hervor: „Wir haben keine Ego-Spieler im Team und eine ausgeglichene Teamleistung gebracht.“ Dazu kamen gute Pässe von Marius Eder und Yeshe Warnecke sowie, wie sie einräumte, auch ein bisschen Glück. „An unserem Erfolg haben wir aber keine Sekunde gezweifelt“, sagt sie augenzwinkernd.

Ein Kuriosum am Rande: Luca Cvetkovic durfte sich über seinen dritten Mix-Pokal in Folge freuen – jedes Mal mit einem anderen Team.

Die Siegerteams

Platz 1: Team Silber

Luca

Olms

Jan-Niklas

Schenk

Katja

Kaden

Yeshe

Warnecke

Annika

Hildebrandt

Marius

Eder

Luka

Cvetkovic

Merle

Kemper

Michel

Perl

Florian

Lücke

 

Platz 2: Team Pink

Steffen

Roost

Isabell

Schiano

Marlon

Aßmann

Franka

Bombeck

Tom

Lammerich

Silja

Böhme

Sven

Wenda

Filip

Schierhorn

Niclas

Kolle

Marvin

Schröer

 

Platz 3: Team Lachsrosa

Franziska

Strunk

Malte

Wenzel

Chris

Kotlowski

Jens

Häusler

Henning

Reinecke

Thea

Klautke

Julia

Ritz

Enno

Klautke

Marlon

Meyer

Johannes Bela

Stapmanns

Niklas

Ekkel

Fotos (oh): André Zapieranski