Uelzen. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg äußert sich als zuständige Ermittlungsbehörde zum aktuellen Sachstand im Fall der tödlichen Messerattacke am Herzogenplatz. Wie berichtet, ist ein 26 Jahre alter Mann, Uelzener mit deutscher Staatsbürgerschaft, dringend verdächtig, einen 30-jährigen durch einen Messerstich so schwer verletzt zu haben, dass das Opfer im Klinikum verstarb.
Nach Informationen der Uelzener Nachrichten war der 30-Jährige Algerier. In einem anonymen Schreiben im Internet wird der Verdacht geäußert, der aktive Vereinsfußballer wurde attackiert, weil er als Muslim am Sonntagabend in Gebetskleidung auf dem Weg in die Moschee war.
Jan Christoph Hillmer, Sprecher der Staatsanwaltschaft, erklärt auf UEN-Anfrage: „Gleichwohl das Opfer tatsächlich nicht deutscher Staatsangehöriger ist, liegen greifbare Anhaltspunkte, dass es sich vorliegend um eine ausländerfeindlich oder religionsfeindlich motivierte Tat handelt, zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor. Die Ermittlungen zum Tathergang und Tathintergrund dauern noch an. Dabei werden selbstverständlich alle möglichen Tatmotivationen weiterhin im Blick zu behalten und zu überprüfen sein.“
Laut Staatsanwaltschaft ist der am Sonntag festgenommene 26-Jährige dringend tatverdächtig. Der Vorwurf lautet auf Totschlag. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Der Uelzener ist nicht vorbestraft.
Weitere Details zu dem Angriff können noch nicht genannt werden, das Obduktionsergebnis liegt noch nicht vor. Offen ist derzeit auch, ob der mutmaßliche Angreifer unter Alkoholeinfluss stand. Hillmer: „Auch das Ergebnis der Untersuchung beim Beschuldigten genommener Blutproben im Hinblick auf eine Beeinflussung durch Alkohol oder Betäubungsmittel liegt noch nicht vor.“
Foto: Staatsanwaltschaft Lüneburg