„Ein Ärgernis weniger in Ebstorf“: Einweihung der Wiesenseebrücke - Dreijährige Merle zerschnitt das Band
- Subtitle: Ebstorf
Von Folkert Frels
Ebstorf. Bürgermeister Heiko Senking blickte zufrieden auf sein Werk. Gerade eben hatte er das zuvor noch lose am Pfosten herabhängende rote Band über die volle Breite der Brücke gespannt und am gegenüberliegenden Pfosten befestigt. „Ein Ärgernis weniger in Ebstorf“ kommentierte er leise vor sich hin. Wenig später war es dann soweit: Assistiert von ihrem Vater Matthias und von Heiko Senking zerschnitt die kleine, erst drei Jahre alte Merle Untz das Band, und Senking erklärte im Beisein der stellvertretenden Bürgermeister Ulf Schmidt und Hans-Peter Hauschild sowie Thorsten Brinck, Leiter des Bau- und Planungsmanagements Ebstorf, die Brücke für eröffnet. In einer kleinen Ansprache betonte er, dass nach langer Beratungszeit im Rat durch die Aufnahme in das Förderprogramm „Lebendige Zentren“ (früher „Stadtgrün“) Bewegung in die Planung gekommen sei. Wesentlichen Anteil an dem dann doch recht zügig angegangenen Bau sah Senking in der engagierten Arbeit Thorsten Brincks. Im März d.J. – so war im Nachhinein zu erfahren - wurde die Planung begonnen, die Statik erstellt, wurden Aufträge zur Fertigung der Brückenteile vergeben – der reine Aufbau der Brücke habe dann 14 Tage gebraucht. Bei den Baukosten seien die Teuerungen beim Holz-Preis und im Holzbau zum Tragen gekommen, nicht zuletzt dadurch habe die Investition rund eine halbe Million betragen.
Bei der Rundum-Erneuerung der in die Jahre gekommenen Wiesenseebrücke, deren maroder Zustand und die Überlegungen zu einem Neubau schon seit 2013 immer wieder Thema in den Ratssitzungen war, konnten auf den noch intakten Gundpfeilern Stahlträger montiert werden, die das Gerüst abgeben für die neue Holzbrücke. Das Holz stammt aus heimischer Forst, die Lauffläche wurde durch eine Beschichtung mit Epoxid-Harz rutschfest gemacht, das Geländer mag dem Betrachter recht hoch erscheinen, entspricht jedoch den neuesten, insbesondere Radfahrer schützenden Bestimmungen. Die Brücke ist in hohem Maße barrierefrei – Rollatoren-Besitzer – und nicht nur sie - werden das zu schätzen wissen.
Matthias Untz, der sich viele Gedanken macht, wie man Uelzen voranbringen kann, war nach Ebstorf gekommen, um Anregungen zu sammeln – denn in Uelzen soll irgendwann demnächst die „Lange Brücke“ über die Ilmenau und die Ilmenauwiesen erneuert werden – und die kann dann ja eventuell anders verlaufen als derzeit schnurgerade von einer Seite zur anderen ...
Foto: Frels