Neue Gesichter für das alte Ebstorfer Rathaus
- Subtitle: Ebstorf
Ebstorf. Das alte Ebstorfer Rathaus wollen in seiner jetzigen Form weder der Klosterflecken noch die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf - alt, sanierungsbedürftig, unpraktisch und nicht gerade eine bauliche Schönheit. Ein unterschriebener Vermarktungsvertrag gibt noch bis August Zeit, eine Lösung für eine Nutzung zu finden, die die nächsten 50, 60 Jahre tragen soll, wie es Ebstorfs Bürgermeister Heiko Senking voriges Jahr formulierte.
Doch was soll mit dem trotzigen Beton-Objekt aus den 70ern in seiner 1a-Lage mitten im Ort geschehen? Sanierung, Abriss oder Umbau?
Dass es nicht die Abrissbirne sein muss, zeigten jetzt 60 Studierende und sechs Professoren aus dem Gebiet der Architektur, die ihre Ideen öffentlich im Unteren Krug präsentierten. Neun verschiedene Entwürfe wurden als Teil der Masterarbeiten präsentiert. Kein Entwurf beinhaltete den Abriss und Neubau, sondern maximal eine Teilentnahme, Ergänzungen und Veränderungen.
Bürgermeister Senking: "Die anwesenden Politiker aus Samtgemeinde und Klosterflecken sahen jetzt eine ganz andere Perspektive, auch was die Kostenfaktoren anging, als in den letzten Jahren. Jetzt um einiges günstiger. Junge, studierende Menschen, die ihre Schwerpunkte anders und modern setzen, sehen von außen betrachtet die Dinge manchmal ganz anders. Insofern war die Veranstaltung sowieso schon mehr als ein Erfolg, aber die Beteiligung der Bevölkerung, die den Saal sehr schnell füllte und sehr interessiert war, übertraf alle Erwartungen und machte die Studierenden mehr als stolz.“
Weiterhin sind Vorschläge gefragt: „Wir hören uns alle Ideen an“, so Senking bei der Unterzeichnung des Vermarktungsvertrags im vorigen Jahr, den er und Samtgemeindebürgermeister Martin Feller unterschrieben hatten. Senking sieht auf alle Beteiligten viel Arbeit zukommen, spricht aber von einer einmaligen Chance für Ebstorf. Bis zu den Kommunalwahlen soll eine Lösung gefunden sein. Denn politischen Streit um den alten Kasten hatte es in den vergangenen Jahren mehr als genug gegeben.
Fotos: privat