Zum Hauptinhalt springen

Muss das Minenjagdboot Bad Bevensen zum Einsatz in die Straße von Hormus?

  • Subtitle: Bad Bevensen

Von Michael Michalzik

Bad Bevensen. Das weltpolitische Irrlichtern des US-Präsidenten Donald Trump reicht möglicherweise direkt bis Bad Bevensen: Seit 1993 ist die Kurstadt Patin des Minenjagdbootes Bad Bevensen. Das 54 Meter lange Schiff der Frankenthal-Klasse könnte laut Medienberichten eine wichtige Rolle in der Straße von Hormus spielen.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich in der vorigen Woche nach einem internationalen Treffen offen für einen solchen Einsatz gezeigt - vorausgesetzt, die Waffen zwischen den USA und dem Iran schweigen. Dann könnte das 3. Minensuchgeschwader mit Heimat in Kiel, zu dem die Bad Bevensen gehört, mit einem internationalen Kontingent dazu beitragen, die iranischen Seeminen aufzuspüren und zu vernichten.

Zwischen der Kurstadt und der Besatzung des Minenjagdboots bestehen traditionsreiche Beziehungen seit der Übernahme der Patenschaft im Jahr 1993. 

Seit der Indienststellung des mit 44 Seeleuten bemannten und fast 6.000 PS starken Spezialschiffs haben insgesamt 19 Treffen stattgefunden, wobei einer der Höhepunkte die Übergabe der Patenschaftsurkunde am 4. Juni 1994 während des Bevenser Schützenfestes war. Vor allem die Bevenser Gilde und die Reservistenkameradschaft Bad Bevensen pflegen die Patenschaft. Dazu gehören unter anderem die Tage der Marine in der Kurstadt.

Angesichts der Diskussion um einen möglichen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus hat Marine-Inspekteur Jan Christian Kaack indes vor einer Überlastung der deutschen Seestreitkräfte gewarnt. "Wir haben die kleinste Marine aller Zeiten, aber eine Masse an Aufgaben", sagte Kaack der „Wirtschaftswoche“.

Zu konkreten Einsatzplänen will sich die Bundesmarine zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu einem potenziellen Einsatz und der möglichen personellen Besetzung nicht äußern“, erklärt Staabsbootmann Maria Hagmann vom Presse- und Informationszentrum des Marinekommandos auf Anfrage der Uelzener Nachrichten. 

Deutschland besitzt mit dem 3. Minensuchgeschwader aus Kiel zehn aktive Minenjagdboote sowie zwei ältere Reservemodelle. Die zehn Boote der Frankenthal-Klasse, zu denen die Bad Bevensen gehört, haben verschiedene Möglichkeiten, um Minen zu identifizieren und zu entschärfen, insbesondere durch Unterwasserdrohnen. 

Foto: Bundeswehr/Noco Theska