Bienenbüttels neue Ilmenau-Halle hat den Betrieb aufgenommen - Füllhorn durchdachter Details - Schützengilde feiert dort Ende Juli
Bienenbüttel. Es ist vollbracht: Das neue Bienenbütteler Mehrzweckzentrum hat seinen Betrieb aufgenommen. Dem Tag der offenen Tür am heutigen Sonntag war eine feierliche Eröffnung am Freitagabend vorangegangen. Der Halle des 13-Millionen-Euro-Bauwerks knüpft an die örtliche Tradition an: Wie der an gleicher Stelle gelegener Vorgänger soll der Neubau Ilmenau-Halle heißen, wie Bürgermeister Dr. Merlin Franke bekannt gab.
Wobei „Halle“ eigentlich fast zu tief greift. Ein Blick hinter die Kulissen offenbart eine schier endlose Fülle durchdachter Details, bei denen an die vielen künftigen Nutzer gedacht wurde.
So ist der rückwärtige Parkplatz kein Zufallsprodukt, sondern genau so bemessen, dass im Freien zünftig gefeiert werden kann - sogar der Platz für einen Autoscooter wurde berücksichtigt. Ein weiterer Zugang zur Halle von dieser Seite aus stellt unter anderem den standesgemäßen Einzug des Spielmannszugs sicher.
Und darauf sollen die Bienenbütteler auch gar nicht mehr lange warten: Vom 29. Juli bis 2. August 2026 feiert die Schützengilde Bienenbüttel unter dem Motto „333 Jahre Gute Laune“ ihr großes Jubiläumsfest an und in der neuen Halle
Im Inneren gibt es einen eigenen Bereich für Caterer. Drei Seminarräume stehen für vielfältige Nutzung zur Verfügung. Ein eigener Zugang zu einem der Geräteräume sorgt dafür, dass die Musiker direkten Zugriff auf ihre sicher gelagerten Instrumente haben.
Und so setzen sich die pfiffigen Lösungen im Neubau fort: Im Bereich des Haupteingangs wurden niedrige Sitzbänke integriert. Dort können sich beispielsweise Kindergruppen aufhalten und sammeln, bevor es in die Innenräume geht.
Zwei Wärmepumpen sorgen für die Beheizung. Die Energie liefert eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach. Sollten die Temperaturen einmal wieder richtig knackig werden, unterstützt eine leistungsstarke Gastherme. Energiespar-Effekte überall im Gebäude. Auch beim WC-Bereich, wo Licht, Wasser und Spülung automatisiert sind.
Eine 50-Meter-Schießanlage wird die neue sportliche Heimat der Schützengilde. Die Mehrdistanzanlage mit 50-, 25- und 10-Meterlinien ermöglicht die Verwendung fast aller gängigen Sportwaffen. Dort gibt es auch einen eigenen Aufenthaltsbereich.
Das Herzstück ist die neue Dreifeldhalle, auf deren Boden bereits die Markierungen für alle üblichen Hallensportarten einschließlich Tennis aufgebracht sind. Für knapp 200 Zuschauer gibt es Sitzplätze auf Holzbänken. Der TSV Bienenbüttel will eigens dafür Sitzkissen vermarkten. Typisch durchdacht: Lücken zwischen den Sitzplätzen ermöglichen auch Nutzern von Rolllatoren oder Rollstühlen einen freien Blick aufs Spielgeschehen.
Jedes Hallendrittel hat eine eigene Ton-Anlage, auf die man sich per Handy aufschalten kann, um etwa Musik einzuspielen. Die große Halle soll außer dem Sport auch großen gesellschaftlichen Veranstaltungen eine Heimat bieten.
Über dem Haupteingang befindet ein gewaltiger Stromanschluss: „Das ist eine Einspeisung“, erklärt Bürgermeister Dr. Franke. Denn im Katastrophenschutz-Fall können im Innenbereich 700 Menschen untergebracht werden. Für die Nutzer der benachbarten Wohnmobil-Stellplätze gibt es Sanitär-Räume, Waschmaschine und Wäschetrockner direkt am Gebäude.
Foto: privat