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Rundgang durch das neue Mehrzweckzentrum Bienenbüttel: Schier endlose Fülle durchdachter Details

  • Subtitle: Bienenbüttel

Von Michael Michalzik.

Bienenbüttel. Das neue Mehrzweckzentrum (MZZ) der Gemeinde Bienenbüttel ist nur auf den ersten Blick ein nüchterner, wenngleich enorm großer, Zweckbau. Der Blick hinter die Kulissen offenbart eine schier endlose Fülle durchdachter Details, wie jüngst deutlich wurde, als Bürgermeister Dr. Merlin Franke eine Seniorengruppe durch das fast fertige Gebäude führte.

An jeder Ecke wird deutlich, dass hier von Anfang an gemeinsam und Hand in Hand konzipiert wurde - Verwaltung, Bauausführende sowie die künftigen Nutzer, die Bienenbütteler Vereine. Dort, wo einst die alte Ilmenau-Halle stand, nimmt das neue MZZ jetzt deutlich mehr Platz ein - und kann auch um ein Vielfaches mehr.

So findet sich über dem Haupteingang ein gewaltiger Stromanschluss: „Das ist eine Einspeisung“, erklärt der Bürgermeister. Denn im Katastrophenschutz-Fall können im Innenbereich 700 Menschen untergebracht werden. Der eigentliche Rundgang der Gruppe beginnt. Sofort fällt auf, dass - fast nebenbei - auch der beliebte Stellplatz für Wohnmobile wieder schick gemacht wird. Für die mobilen Gäste wird es am MZZ Sanitär-Räume, Waschmaschine und Wäschetrockner geben. Künftige Nutzer melden sich dann einfach online an und können per Smartphone in die Räume gelangen.

Der rückwärtige Parkplatz des MZZ ist kein Zufallsprodukt, sondern genau so bemessen, dass im Freien zünftig gefeiert werden kann - sogar der Platz für einen Autoscooter wurde berücksichtigt. Ein weiterer Zugang zur Halle von dieser Seite aus stellt unter anderem den standesgemäßen Einzug des Spielmannszugs sicher. Im Inneren gibt es einen eigenen Bereich für Caterer, die bald für die Verpflegung bei großen und kleineren Feiern sorgen werden. Drei Seminarräume stehen für vielfältige Nutzung zur Verfügung. Ein eigener Zugang zu einem der Geräteräume sorgt dafür, dass die Musiker direkten Zugriff auf ihre sicher gelagerten Instrumente haben.

Im Bereich des Haupteingangs wurden niedrige Sitzbänke integriert. Dort können sich beispielsweise Kindergruppen aufhalten und sammeln, bevor es in die Innenräume geht.

Über allem steht der Gedanke der Nachhaltigkeit. Zwei Wärmepumpen sorgen für die Beheizung. Die Energie liefert eine eigene Photovoltaikanlage auf dem Dach. Sollten die Temperaturen einmal wieder richtig knackig werden, unterstützt eine leistungsstarke Gastherme. Energiespar-Effekte überall im Gebäude. Auch beim WC-Bereich, wo Licht, Wasser und Spülung automatisiert sind.

Eine 50-Meter-Schießanlage wird die neue sportliche Heimat der Schützengilde. Die Mehrdistanzanlage mit 50-, 25- und 10-Meterlinien ermöglicht die Verwendung fast aller gängigen Sportwaffen. Dort gibt es auch einen eigenen Aufenthaltsbereich.

Das Herzstück des MZZ ist die neue Dreifeldhalle, auf deren Boden bereits die Markierungen für alle üblichen Hallensportarten einschließlich Tennis aufgebracht sind. Für knapp 200 Zuschauer gibt es Sitzplätze auf Holzbänken. Der TSV Bienenbüttel will eigens dafür Sitzkissen vermarkten. Typisch durchdacht: Lücken zwischen den Sitzplätzen ermöglichen auch Nutzern von Rolllatoren oder Rollstühlen einen freien Blick aufs Spielgeschehen.

Sogar an eine eigene Lüftung für die Geräteräume wurde gedacht, damit der typische „Sportgeruch“ keinen Einzug halten kann. Jedes Hallendrittel hat eine eigene Ton-Anlage, auf die man sich per Handy aufschalten kann, um etwa Musik einzuspielen.

Die große Halle soll außer dem Sport auch großen gesellschaftlichen Veranstaltungen eine Heimat bieten. Für ein Drittel gibt es bereits Bodenschutzplatten. Ein Tanzboden für die komplette Hallenfläche ist ebenfalls vorgesehen.

Und wann geht es nun endlich los im MMZ, wollen die UEN wissen. Dr. Franke: „Das Schützenfest 2026 soll den Auftakt machen.“ Bienenbüttel kann sich freuen.

Fotos: Michalzik