ADFC Uelzen veröffentlicht Befragung zur Kommunalwahl 2026
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Uelzen. Der ADFC Kreisverband Uelzen hat anlässlich der Kommunalwahl 2026 Parteien, Wählergemeinschaften sowie Kandidatinnen und Kandidaten zu ihren Positionen zum Radverkehr befragt. Die vollständigen Antworten zur Wahl des Landrats, des Kreistags und des Stadtrats der Hansestadt Uelzen sind jetzt auf der Internetseite des ADFC Uelzen veröffentlicht.
Angeschrieben wurden alle zu den jeweiligen Wahlen offiziell zugelassenen politischen Träger. Für die Beantwortung stand ein einheitlicher Zeitraum zur Verfügung. Die eingegangenen Antworten veröffentlicht der ADFC vollständig im Wortlaut und ohne redaktionelle Bearbeitung. Damit können sich die Bürgerinnen und Bürger selbst ein Bild von den unterschiedlichen Positionen machen.
Zustimmung zum Radverkehr allein sagt noch wenig aus
Aus Sicht des ADFC zeigt die Befragung zunächst einen erfreulichen Grundkonsens: Dem Radverkehr wird von den Antwortenden nahezu durchgehend eine wichtige Rolle für Mobilität, Lebensqualität und Tourismus zugeschrieben. Auch sichere Radverbindungen und Schulwege sowie Erhalt und Weiterentwicklung der RadReiseRegion erfahren breite Unterstützung.
Deutlich größer werden die Unterschiede jedoch dort, wo aus der grundsätzlichen Zustimmung konkrete politische und organisatorische Konsequenzen folgen sollen.
Dies zeigt sich beispielsweise bei der Frage nach einer klaren Zuständigkeit für den Radverkehr. Während sich einige Befragte für eine eigene Stelle beziehungsweise eine stärkere personelle Verankerung und Koordination aussprechen, halten andere zusätzliche Stellen nicht für erforderlich und setzen auf bestehende Verwaltungsstrukturen.
Auch bei einer stärkeren kreisweiten Koordination von Planung, Unterhaltung, Beschilderung und Fördermitteln gehen die Vorstellungen auseinander. Sie reichen von einer eigenen Koordinierungsstelle über eine intensivere Zusammenarbeit der bestehenden Akteure bis hin zur Ablehnung einer stärkeren Bündelung auf Landkreisebene.
„Die Befragung zeigt, dass ein grundsätzliches Bekenntnis zum Radverkehr inzwischen weit verbreitet ist. Entscheidend ist aus unserer Sicht aber, was daraus konkret folgen soll. Die politischen Unterschiede werden vor allem dort sichtbar, wo es um klare Zuständigkeiten, verbindliche Prioritäten, finanzielle Mittel und die tatsächliche Umsetzung geht“, sagt Joachim Partzsch vom Vorstandsteam des ADFC Uelzen.
In der Hansestadt wird die Verteilung des Straßenraums zur entscheidenden Frage
Besonders deutlich werden unterschiedliche Vorstellungen bei den Antworten zur Hansestadt Uelzen. Der ADFC hatte unter anderem gefragt, ob die im Mobilitätskonzept vorgesehenen Radvorrangrouten und ein sicheres, durchgängiges Radverkehrsnetz auch dann konsequent umgesetzt werden sollen, wenn dafür Straßenraum oder Parkflächen zugunsten sicherer Radverkehrsanlagen neu aufgeteilt werden müssen.
Hier reichen die Antworten von ausdrücklicher Zustimmung über eine Abwägung im jeweiligen Einzelfall bis zu deutlichen Vorbehalten gegenüber dem Mobilitätskonzept. Aus Sicht des ADFC zeigt sich gerade an solchen Fragen, wie unterschiedlich weit die Bereitschaft reicht, aus der grundsätzlichen Unterstützung des Radverkehrs auch konkrete Konsequenzen für die Verkehrsplanung abzuleiten.
Keine Wahlempfehlung – aber Radverkehr darf ein Kriterium für die Wahlentscheidung sein
Der ADFC Uelzen empfiehlt mit seiner Befragung weder eine bestimmte Partei noch einzelne Kandidatinnen oder Kandidaten. Als Interessenvertretung der Radfahrenden ist der Verband jedoch ausdrücklich nicht neutral gegenüber der Frage, welchen Stellenwert sicherer und attraktiver Radverkehr in der kommenden Wahlperiode erhalten soll.
„Wer möchte, dass der Radverkehr in Stadt und Landkreis Uelzen in den kommenden Jahren spürbar vorangebracht wird, sollte genau hinschauen, welche Antworten über allgemeine Bekenntnisse hinausgehen und konkrete Veränderungen erkennen lassen“, so Joachim Partzsch.
Wir möchten alle, denen gute und sichere Bedingungen für das Radfahren am Herzen liegen, ermuntern, sich anhand der Antworten selbst ein Bild zu machen und bei ihrer Wahlentscheidung zu berücksichtigen, wer den Radverkehr mit konkreten Maßnahmen am weitesten voranbringen will.“
Gerade deshalb veröffentlicht der ADFC die Antworten vollständig im Wortlaut. Die Wählerinnen und Wähler können so nicht nur die zusammenfassende Einschätzung des Verbandes nachvollziehen, sondern die Aussagen der Parteien und Kandidierenden selbst lesen, miteinander vergleichen und nach ihren eigenen Prioritäten bewerten.
Die vollständigen Fragen und Antworten zur Landratswahl sowie zu den Wahlen von Kreistag und Stadtrat der Hansestadt Uelzen sind auf der Internetseite des ADFC Uelzen im Bereich „Projekte“ veröffentlicht.
Screenshot: Uelzener Nachrichten/Quelle: ADFC Uelzen