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GRÜNE beantragen „Fahrradforum“ für Uelzen

  • Subtitle: Uelzen

Uelzen. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Hansestadt Uelzen hat die Einrichtung eines „Fahrradforums“ beantragt. Das Gremium soll die Verkehrsplanung der Stadt und die Umsetzung des Nachhaltigen Mobilitätskonzeptes begleiten und bei Planungen, die den Radverkehr betreffen, frühzeitig beteiligt werden.

„Radfahren darf nicht komplizierter und unsicherer sein als Autofahren“, sagt Dr. Timo Viehl, Ratsmitglied der GRÜNEN. „Die Bedingungen für den Radverkehr in Uelzen müssen sich weiter deutlich verbessern – bei der Verkehrssicherheit, beim Miteinander im Straßenverkehr und beim Zustand der Radwege.“

Das Nachhaltige Mobilitätskonzept liegt seit 2023 vor und benennt die notwendigen Maßnahmen. Es stellt zugleich fest, dass Rad- und Fußverkehr bisher gegenüber dem fließenden und ruhenden Kfz-Verkehr benachteiligt wurden. Nach Einschätzung der Fraktion führt das immer wieder zu Konflikten und Grundsatzdiskussionen über die Verteilung des Straßenraums – etwa bei Parkplätzen oder Vorfahrtsregelungen. Solche Debatten halten einzelne Planungen erst in einer späten Phase auf oder verändern sie. Ein Forum bietet den Rahmen, diese Fragen frühzeitig zu klären.

„Mit der ersten Radvorrangroute ist ein wichtiger Schritt getan“, sagt Viehl. „Die Diskussionen darüber haben aber auch gezeigt: Wir brauchen einen Ort, an dem mögliche Konflikte früh und strukturiert bearbeitet werden können – mit allen Betroffenen am Tisch.“ Dem Fahrradforum sollen nach Vorstellungen der grünen Fraktion neben Vertreterinnen und Vertretern der Ratsfraktionen und der Ortsräte auch das Polizeikommissariat, die Verkehrswacht, die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handelsverein Uelzen, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) angehören. Hinzu kommen Vertretungen des Jugendrats und des Kreisschülerrats. Das Forum soll mindestens zweimal jährlich öffentlich tagen und Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit geben, Anregungen einzubringen.

„Uns ist wichtig, dass hier nicht nur Radfahrende unter sich sind“, betont Judith Libuda, die Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Rat der Hansestadt Uelzen. „Wenn Wirtschaft, Polizei, Verbände und junge Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen und Anwohnende zu Wort kommen können, bevor Planungen entscheidungsreif sind, kommen am Ende Lösungen heraus, die breiter getragen werden.“ Vergleichbare Gremien bestehen in anderen Bundesländern unter anderem in Kiel, Heide, Henstedt-Ulzburg oder Rostock. In Niedersachsen wäre Uelzen nach Kenntnis der Fraktion die erste Kommune mit einem solchen Beirat.