Zweitaktduft, glänzendes Chrom und jede Menge gute Laune beim Oldtimerfiber in Westerweyhe
- Subtitle: Westerweyhe
Westerweyhe. Weit über 70 Fahrzeuge beim Abrollern der „Gita Autunnale“: Von der kultigen Vespa bis zur fast 90 Jahre alten Wanderer war alles dabei. Wenn in Westerweyhe der Duft von Zweitaktgemisch in der Luft liegt, blank poliertes Chrom in der Herbstsonne glänzt und aus allen Richtungen das unverwechselbare Knattern historischer Motoren zu hören ist, dann ist klar: Die Roller- und Oldtimerfreunde sind wieder unterwegs!
Am Samstag verwandelte sich die schöne Parkanlage am Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in Westerweyhe in einen Treffpunkt für Liebhaber nicht nur historischer Fahrzeuge. Zur „Gita Autunnale“ kamen weit über 70 Fahrzeuge zusammen – und mit ihnen jede Menge Benzingeschichten, Erinnerungen und beste Stimmung. Das Wetter hätte für diese Veranstaltung kaum besser sein können. Trocken, angenehm temperiert und mit besten Bedingungen für eine Ausfahrt präsentierte sich der Herbst von seiner freundlichen Seite.
Weder klamme Finger am Lenker noch klappernde Zähne im Fahrtwind waren angesagt. Stattdessen herrschte beste Ausfahrlaune – bei den Fahrern ebenso wie bei ihren liebevoll gepflegten Maschinen. Was sich in der Parkanlage versammelte, war weit mehr als eine Ansammlung alter Fahrzeuge. Es war ein rollendes Stück Zeitgeschichte! APEs, Vespas, Roller, Mofas, Mopeds und zahlreiche Motorradoldtimer sorgten für ein abwechslungsreiches Bild. Zwischen den Fahrzeugen wurde geschaut, gestaunt, gefachsimpelt und natürlich auch die eine oder andere technische Besonderheit unter die Lupe genommen.
Dabei zeigte sich einmal mehr: Für echte Oldtimerfreunde ist ein Fahrzeug nicht einfach nur ein Fortbewegungsmittel. Es ist ein Stück Erinnerung, ein Hobby mit Herzblut und manchmal auch eine ziemlich hartnäckige Schrauberleidenschaft. Denn wer schon einmal versucht hat, einen betagten Motor nach längerer Standzeit wieder zum Leben zu erwecken, weiß: Nicht immer reicht ein beherzter Druck auf den Knopf. Manchmal braucht es Geduld, Erfahrung, den richtigen Handgriff – und gelegentlich auch einen guten Rat vom Nachbarn. Genau diese Mischung aus Technikbegeisterung, Humor und Gemeinschaft machte den besonderen Charme des Treffens aus. Besonders die Motorradfans kamen voll auf ihre Kosten.
Zahlreiche historische Maschinen bekannter Marken wie Zündapp, NSU und Hercules waren zu bewundern. Auch eine Lambretta und eine NSU Prima D gehörten zu den Hinguckern des Tages. Ein ganz besonderes Ausrufezeichen setzte eine Wanderer aus dem Jahr 1938. Der Oldtimer stammt aus einer Zeit, in der Mobilität noch ganz anders aussah und Fahrzeuge ohne moderne Elektronik, digitale Anzeigen oder technische Assistenzsysteme auskommen mussten. Fast 90 Jahre Geschichte auf zwei Rädern, da gab es für die Besucher reichlich Anlass zum Staunen. Solche Fahrzeuge sind nicht nur wegen ihres Alters interessant.
„Sie erzählen von einer anderen Epoche des Fahrzeugbaus, von handwerklicher Arbeit und von einer Zeit, in der Technik noch unmittelbar erlebbar war“, schwärmt Kalle Günther. Auch die kleineren Vertreter der motorisierten Zweiradgeschichte hatten ihren großen Auftritt. Mofas und Mopeds aus den 1960er- und 1970er-Jahren weckten bei vielen Besuchern Erinnerungen an die eigene Jugend. Für manche dürfte beim Anblick der alten Maschinen gedanklich sofort wieder die erste Fahrt mit dem eigenen Mofa begonnen haben, inklusive Fahrtwind, Freiheit und dem stolzen Gefühl, endlich selbstständig unterwegs zu sein.
Und natürlich gab es auch genügend Gesprächsstoff über die Klassiker, die früher auf den Straßen unterwegs waren. Welche Maschine war besonders zuverlässig? Welcher Motor hatte den unverwechselbarsten Klang? Und wer erinnert sich nicht an die Zeit, in der man lieber selbst schraubte, statt gleich den Fachbetrieb aufzusuchen? Bei so viel geballter Erfahrung dürften die Gespräche jedenfalls kaum so schnell ausgegangen sein wie mancher Tank. Ausrichter der Veranstaltung war erneut der Club Heideblume, der mit dem Treffen einmal mehr bewies, wie viel Leben und Begeisterung in der regionalen Oldtimerszene steckt.
Die Initiatoren Knut Roenelt und Karl-Heinz Günther, vielen besser als „Kalle“ Günther bekannt, freuten sich über die große Resonanz. Die hohe Anzahl an Fahrzeugen sind schließlich ein deutliches Zeichen dafür, dass das Konzept ankommt und die Veranstaltung ihren festen Platz im Kalender vieler Zweiradfreunde gefunden hat. Kalle Günther, einer der Initiatoren, bringt die Idee hinter dem Treffen auf den Punkt: „Bei uns geht es nicht darum, wer das teuerste oder schnellste Fahrzeug hat. Wir wollen Menschen zusammenbringen, die Spaß an alten Maschinen haben. Jeder ist willkommen, ob mit einer seltenen Motorrad-Rarität, einer alten Vespa oder einem Mofa aus der eigenen Jugend. Wenn die Leute mit einem Lächeln nach Hause fahren und schon fragen, wann wir uns wiedersehen, dann haben wir alles richtig gemacht.“
Auch Knut Roenelt sieht in der Veranstaltung vor allem die besondere Mischung aus Fahrzeugen, Menschen und gemeinsamer Begeisterung als Erfolgsrezept. Knut Roenelt betont: „Es ist einfach schön zu sehen, wie viele unterschiedliche Fahrzeuge hier zusammenkommen. Vom kleinen Mofa bis zum historischen Motorrad ist alles vertreten. Genau das macht unser Treffen aus. Man trifft alte Bekannte, lernt neue Leute kennen und entdeckt immer wieder Fahrzeuge, die man vorher vielleicht noch nie aus der Nähe gesehen hat. Und wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, ist das natürlich das Sahnehäubchen beim Abrollern.“
Die Parkanlage am DGH in Westerweyhe bot erneut die ideale Kulisse für das Treffen. Zwischen den Fahrzeugen entwickelte sich eine entspannte Atmosphäre, in der sich erfahrene Oldtimerbesitzer ebenso wohlfühlten wie neugierige Besucher und Liebhaber, die vielleicht selbst noch auf der Suche nach ihrem persönlichen Traumfahrzeug sind. Hier musste niemand erklären, warum man an einem alten Fahrzeug hängt, obwohl es längst modernere Alternativen gibt. Die Antwort war überall sichtbar: in den glänzenden Lackierungen, den liebevoll gepflegten Details, den stolzen Blicken der Besitzer und den Geschichten, die mit jeder Maschine verbunden sind. Manche Fahrzeuge sind über Jahrzehnte hinweg treue Begleiter geblieben, andere wurden mit viel Geduld restauriert und wieder auf die Straße gebracht.
Und bei einigen dürfte die eine oder andere Schraube schon mehr erlebt haben als so manches moderne Auto. Gerade diese Mischung aus Leidenschaft, handwerklichem Geschick und persönlicher Geschichte macht den Reiz solcher Veranstaltungen aus. Hier geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Erinnerungen, Freundschaften und die Freude daran, ein gemeinsames Hobby zu pflegen. Der Erfolg der „Gita Autunnale“ zeigt, dass historische Fahrzeuge keineswegs zum alten Eisen gehören. Im Gegenteil, sie bringen Menschen zusammen, wecken Emotionen und sorgen dafür, dass technische Geschichte lebendig bleibt.
Das nächste Anrollern kommt – und das Programm wird erweitert!
Nach dem gelungenen Treffen jetzt im Oktober richtet sich der Blick bereits auf das kommende Frühjahr. Der nächste Termin steht fest:
Samstag, 20. März 2027 – Anrollern in der Parkanlage am DGH in Westerweyhe.
Fotos (privat)