Abwasserzweckverband Uelzen erstellt Starkregen-Gefahrenkarten - Grundstückseigentümer können Kartenausschnitte ab sofort anfordern
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Uelzen. Starkregenereignisse nehmen zu und sind eine zunehmende Gefahr für öffentliche und private Flächen. Die Hansestadt Uelzen war in den Morgenstunden des 30. Juni besonders von Starkregen betroffen. Die Mühlenstraße hatte zweitweise komplett unter Wasser gestanden (UEN berichteten). Über der Hansestadt regnete es 74 Liter pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit – der höchste aufgezeichnete Wert des Deutschen Wetterdienstes an diesem Tag. Hansestadt und Abwasserzweckverband Uelzen (AZV) veröffentlichen jetzt Starkregen-Gefahrenkarten für das Uelzener Stadtgebiet. Im ersten Schritt können Grundstückseigentümer und -eigentümerinnen ab sofort digitale Kartenausschnitte über das Kontaktformular aufwww.abwasserzweckverband-uelzen.de anfordern, um das Gefährdungspotenzial ihrer Grundstücke einzuordnen. Voraussichtlich ab 2025 werden die Karten auch in einem Onlineportal verfügbar sein.
„Wir möchten die Bevölkerung über die Risiken von Starkregen informieren und Hilfestellungen bieten, wie man sich schützen kann. Unsere Karten sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Mit der Erarbeitung sind wir bereits vor längerer Zeit gestartet“, betont AZV-Geschäftsführer Dietmar Kahrs. Je nach Anfragenvolumen könne die Bereitstellung von Kartenausschnitten etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Die Starkregen-Gefahrenkarten liefern Hinweise darauf, ob Gebäude, Grundstücke oder Straßen bei einem bestimmten Regenereignis gefährdet sein könnten: Vier Szenarien veranschaulichen, wie Kanalnetz und Geländeoberfläche auf Niederschlagsmengen von 30, 33, 36 oder 42 Litern pro Quadratmeter in der Stunde reagieren. Diese Mengen entsprechen den Starkregen-Indexstufen 4, 5, 6 und 7, die die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall entwickelt hat. Bei den Karten werden Wasserstände und Fließgeschwindigkeiten dargestellt, die durch Starkregen im Stadtgebiet entstehen können. Obwohl eine exakte Vorhersage aufgrund der Komplexität einzelner Starkregenereignisse schwierig ist, bieten diese Darstellungen derzeit eine bestmögliche erste Einschätzung der Gefährdung. „Ein Abgleich mit Einsatzberichten der Uelzener Feuerwehr zeigt, dass die Karten die Realität an einigen Stellen der Hansestadt bereits sehr gut abbilden“, erklärt Uelzens Stadtbaurat Dr. Andreas Stefansky.
Weitere Informationen zum Thema Starkregen, seine Auswirkungen und zu Vorkehrungen sind zu finden unter:www.abwasserzweckverband-uelzen.de/starkregen. Dort gibt es Antworten auf Fragen wie: Welche Gefahr geht von Starkregen aus? Was kann die Kanalisation bei Starkregen leisten? Wie können sich Grundstückseigentümer gegen Starkregen schützen?
Foto (Hansestadt Uelzen): Dietmar Kahrs, Geschäftsführer des Abwasserzweckverbandes Uelzen, und Stadtbaurat Dr. Andreas Stefansky präsentieren die Starkregen-Gefahrenkarte.