20 Jahre Vortragsreihe des Lions Clubs Uelzen beim DRK - Spannendes Referat zur Feierstunde - Wie der Uhlenköper für einen Tag aus Fleisch und Blut vor der Kirche stand
- Subtitle: Uelzen
Von Michael Michalzik
Uelzen. Der Lions Club Uelzen macht sich seit vielen Jahren auch für die Senioren der Hansestadt stark. Einen runden Geburtstag feiern in diesem Jahr die beliebten Vortragsveranstaltungen beim DRK. Seit 20 Jahren ist der Service-Club dort zu Gast, um mit kurzweiligen Referaten praktische Informationen zu vermitteln.
Der amtierende Präsident Martin Groffmann erinnerte jetzt bei der Jubiläumsveranstaltung an die zahlreichen Vorträge der vergangenen zwei Jahrzehnte. Den Auftakt hatte am 25. September 2005 der damalige Bürgermeister der Hansestadt Uelzen, Otto Lukat, gemacht. Sein Thema: „Die Stadt Uelzen und ihre älteren Mitbürger“. Und weiter ging es dann mit Beiträgen zu Reisen, Gesundheit, Patientenverfügung - stets von versierten Referenten vorgetragen, die mit ihren Themen bestens vertraut sind. Auch Bürgermeister Jürgen Markwardt sprach bereits in diesem Rahmen vor den Senioren.
Lions-Seniorenbeauftragter Karl-Heinz Günther begrüßte jetzt während der kleinen Feierstunde im DRK-Mehrgenerationenhaus auch Dr. Theo Hölscher, Vorsitzender des Fördervereins des Uelzener Clubs, sowie den Hausherren, Tim Meierhoff, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands.
Günther dankte Otto Pelz, der das Projekt gestartet hatte, und dem früheren Seniorenbeauftragten Dieter Krampitz, für die es jeweils eine Flasche Uelzen-Wein gab.
Das Jubiläumsreferat im vollen Saal vor mehr als 50 Teilnehmern hielt Christian Meyer über das Uhlenköperdenkmal an der St.-Marien-Kirche. Dass es einem nie an Geld mangeln wird, wenn man die bronzene Münze des Denkmals reibt und gleichzeitig sein Kleingeld schüttelt - das ist wohl jedermann bekannt, der schon einmal zu Gast in der Hansestadt war.
Was Christian Meyer im geselligen Plauderton zu berichten wusste, dürfte dann aber doch die eine oder andere interessante Überraschung beinhaltet haben. Denn Meyer, der auch zahlreiche Fotos mitgebracht und wie selbstverständlich sämtliche Namen der abgebildeten Protagonisten parat hatte, ging auf die spannende Vorgeschichte der beliebten Skulptur ein. Zahlreiche Künstler hatten sich Mitte der 60er-Jahre beworben - doch sie alle lieferten getöpferte oder gegossene Entwürfe ab, die nur eine Figur zeigten.
„Und das“, so Meyer, „traf für uns nicht den Punkt.“ Der Referent gehörte damals zur der Gruppe, die sich für das spendenfinanzierte Kunstprojekt stark machte. Erst Bildhauer Karl-Heinz Goedtke aus Mölln hatte die entscheidende Idee und stellte eine Komposition vor, die zwei Männer zeigt - einen Uelzener Kaufmann und einen Bauern. Denn die Geschichte von dem arroganten Kaufmann, der Birkhähne zum Essen kaufen soll, sich aber von einem gewitzten Bauern einen Sack voll ungenießbarer Eulen verkaufen lässt, ist auch ein Spiel mit dem früheren Spannungsverhältnis zwischen Land- und Stadtbevölkerung. Der Kaufmann musste der Legende nach viel Spott ertragen und ist seitdem als „Uhlenköper“ - „Eulenkäufer“ weit über die Hansestadt hinaus bekannt.
Meyer erinnerte an die Gespräche mit dem Künstler, die Anlieferung der schweren Bronze-Statuen, das mühsame Aufstellen per Hand mit vielen Helfern. Und an den Tag, als der Kaufmann für kurze Zeit abgebaut war, weil der Sockel ausgebessert werden musste: „Ich bekam einen Anruf, weil eine Touristengruppe angekündigt war - ob ich da eine Idee hätte. Also habe ich kurzerhand einen Mantel angezogen und mich da selbst hingestellt.“
Foto: Michalzik