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Von wegen "stillgelegt": Bauzug sorgt für dramatische Begegnung an den Bahngleisen in Westerweyhe

  • Subtitle: Westerweyhe

Westerweyhe. Dramatische Begegnung an den Bahngleisen in Westerweyhe: Als Harald Voigts die vermeintlich stillgelegte Strecke jetzt mit seinem Auto am Kämpenweg (Nähe Funkturm) passieren wollten, rauschte ohne Vorwarnung ein Bauzug auf ihn zu.

Voigts im Gespräch mit den Uelzener Nachrichten: „So etwas darf nicht passieren. Der fuhr nicht gerade Schritttempo, sondern war richtig flott unterwegs.“ Das Trainer-Urgestein des SCK: „Die Strecke wird auch von Kindern, Schulanfängern, überquert." Er selbst habe Glück gehabt.

Wie berichtet, wurden die Schranken und Lichtzeichen an den Gleisen in Westerweyhe von der Deutschen Bahn außer Betrieb gesetzt - der Abschnitt Ebstorf-Uelzen dient im Rahmen der Sanierung (Qualitätsoffensive) der Strecke Hamburg-Hannover derzeit nur als Baugleis.

Eine Sprecherin der Bahn: „Es fahren keine regulären Züge mehr, aber noch vereinzelt Zweiwegebagger für die Baustellenlogistik der Qualitätsoffensive Hamburg-Hannover.“

Die Bahnübergänge bleiben für Autofahrende, Fahrradfahrer:innen und Fußgänger:innen passierbar. Die Sprecherin weiter: „Wenn – wie oben bereits erwähnt – vereinzelt Zweiwegebagger fahren, wird der Bahnübergang entsprechend gesichert. Das heißt, der/ die Fahrerin hält vor dem Bahnübergang, sperrt diesen für den Straßenverkehr ab, fährt über den Bahnübergang und entfernt anschließend die Absperrung."

Doch genau diese Sicherung habe es nicht gegeben, betont Voigts: „Keine Absicherung, kein Signal - gar nichts.“ Sowohl er als auch Ortsbürgermeister Karl-Heinz Günther sehen ein außerordentlich großes Sicherheitsrisiko für den Ort. Günther: „Unter anderem liegt der Kindergarten in unmittelbarer Nähe zu den Gleisen.“

Das Andreaskreuz, ergänzt die Deutsche Bahn in ihrer Stellungnahme, regelt die grundsätzliche Vorfahrt für das Schienenfahrzeug. Voigts hingegen zweifelt an, dass jeder Grundschüler mit einer Andreaskreuz-Regelung vertraut ist: „Da muss ganz schnell gehandelt werden, sonst passiert noch etwas.“

Symbolfoto: Deutsche Bahn AG/Pablo Castagnola