Abwasserzweckverband Uelzen zieht Konsequenzen nach Verstößen: Vier Mitarbeitern mit sofortiger Wirkung gekündigt
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Uelzen. Vorläufiger Schlussstrich wegen der Unregelmäßigkeiten beim Abwasserzweckverband Uelzen (AZV): Die Verbandsversammlung hat beschlossen, vier beschuldigten Mitarbeitern mit sofortiger Wirkung zu kündigen. Dies teilt der Suderburger Samtgemeindebürgermeister Wolf-Dietrich Marwede heute auf Anfrage der Uelzener Nachrichten mit.
Träger des AZV sind die Hansestadt Uelzen sowie die Samtgemeinden Suderburg und Bevensen-Ebstorf. Wie berichtet, hatte der Abwasserzweckverband Ende vergangenen Jahres darüber informiert, dass durch Verstöße beim Vergaberecht ein Schaden von mindestens 400.000 Euro entstanden ist (https://uelzener-nachrichten.com/stadt-und-kreis/stadt-uelzen/8937-abwasserzweckverband-uelzen-vier-leitende-mitarbeiter-sollen-400-000-euro-beiseite-geschafft-haben).
Das Rechnungsprüfungsamt hatte voriges Jahr festgestellt, dass Ausschreibungen nicht dem vorgeschriebenen Vergaberecht entsprechend erfolgt waren. Vielmehr war bei einem Auftragswert von insgesamt 3,3 Millionen Euro stets eine bestimmte Firma ausgewählt worden, die allerdings einen Aufschlag bis zu 30 Prozent auf den Angebotspreis abrechnete.
Offen ist, ob nun auch Schadenersatzforderungen seitens des AZV auf die gekündigten Mitarbeiter zukommen. Der Verband: „Der AZV wird die Feststellung der genauen Schadenhöhe fortsetzen und mit dem eingeschalteten Rechtsbeistand eine rechtssichere Einklagbarkeit prüfen.“ Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch offen, ob die Vorgänge ein juristisches Nachspiel haben werden.
Seit dem 30. März dieses Jahres hat der AZV mit Uwe Hinzmann aus Betzendorf einen neuen Geschäftsführer. Trotz der jetzt erfolgten Kündigungen ist der Geschäftsbetrieb des Abwasserzweckverbands Uelzen weiterhin gewährleistet, es würden allerdings Maßnahmen priorisiert, so Marwede.
Foto: AZV