Sanierung bei der Bundespolizei im laufenden Betrieb: Millionenschwere Arbeiten erfordern besonderes Sicherheitskonzept
Uelzen. Es tut sich eine Menge bei der Bundespolizei am Hainberg: Außer einer personellen Aufstockung um mehr als 90 Einsatzkräfte ist auch eine umfangreiche Gebäudesanierung im Gange, die bald ihren Abschluss finden soll.
Das Staatliche Baumanagement Lüneburger Heide saniert derzeit für rund zwei Millionen Euro zwei Stabsgebäude. Die Sanierung ist erforderlich, um die bestehende Bausubstanz zu erhalten und zu verbessern. Zugleich werden die aus den 1950er-Jahren stammenden Gebäude energetisch deutlich aufgewertet. Die Fertigstellung ist für Ende des Jahres geplant. In den nächsten Jahren werden weitere Gebäude auf der Liegenschaft der Bundespolizei saniert und energetisch verbessert.
Da die Gebäudesubstanz noch intakt war und die Klinkerfassade nicht überdeckt werden sollte, wurden ungewöhnliche Maßnahmen umgesetzt, so Ulrike Herda, stellvertretende Leiterin des Staatlichen Baumanagements Lüneburger Heide, und Projektleiterin Joana Gehrke: Löcher wurden in die Fassade gebohrt, durch die ein Glasfaser-Gemisch in die vorhandenen Hohlräume eingeblasen wurde - eine zusätzliche und effektive Isolierung.
Außerdem erfolgte ein vollständiger Austausch der Fenster sowie die Erneuerung der Dacheindeckung. In der Tat: „An den heißen Sommertagen war die Temperatur merklich niedriger“, so Polizeioberrat Kay Biskupski, Stellvertretender Abteilungsführer, der jetzt mit Regina Prost, Regierungsamtsfrau bei der Bundespolizei Uelzen, ebenfalls an dem Baustellenrundgang teilnahm.
Die beiden Stabsgebäude beinhalten auch die Wache, weswegen besondere Planung notwendig war: „Die Wache muss jederzeit geschützt sein“, erläutert Joana Gehrke. Eine besondere Sicherheitsfassade wird fortan zeitgemäßen Schutz bieten. Die Arbeiten erfolgen im laufenden Betrieb der Bundespolizei. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Wache, deren Nutzung während der Bauarbeiten aufrechterhalten werden muss, was eine sorgfältige Koordination des Bauablaufs erfordert.
Die Baumaßnahme dient insbesondere der Erhaltung und Verbesserung der Stabsgebäude. Gleichzeitig soll mit der Sanierung ein Beitrag zur Herstellung des EGB-55-Standards auf der gesamten Liegenschaft geleistet werden. Die beiden Gebäude dienen dabei als Vorreiter für die weiteren Sanierungsmaßnahmen auf der Liegenschaft und zeigen, wie sich der vorhandene Gebäudebestand zeitgemäß weiterentwickeln lässt.
In den kommenden Jahren ist die Sanierung weiterer Gebäude auf der Liegenschaft vorgesehen. Die dafür freigegebenen Mittel in Höhe von rund 6 Millionen Euro werden für die Sanierung von insgesamt sechs weiteren Gebäuden eingesetzt, darunter das Sanitätsgebäude.
Die weiteren Gebäude sollen grundsätzlich nach dem gleichen Ansatz wie die Stabsgebäude saniert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei ebenfalls die Erhaltung und Verbesserung der bestehenden Bausubstanz sowie eine energetische und gestalterische Aufwertung.
Die Gebäude werden überwiegend als Bürogebäude genutzt. Darüber hinaus befinden sich dort außer der Wache noch Bereiche der Systemadministration und weitere dienstliche Nutzungen. Im Innenbereich finden kleinere Reparaturen sowie Maler- und Bodenbelagsarbeiten in einzelnen Büros statt.
Ein wesentliches Ziel der Gestaltung war es, sich von den bislang vorhandenen weißen Kunststofffenstern zu lösen. Im Rahmen der Sanierung kommen daher Aluminiumfenster in einem Anthrazitton zum Einsatz, die der Fassade ein zeitgemäßes und hochwertiges Erscheinungsbild verleihen. Gleichzeitig wird der Charakter der Bestandsgebäude erhalten und behutsam mit einer modernen Gestaltung in Einklang gebracht.
Durch den Austausch der Fenster, die Erneuerung der Dacheindeckung und die Einbringung der Einblasdämmung wird die energetische Qualität der Gebäude deutlich verbessert.
Foto: Michalzik