Eine Perle in der Klinik-Landschaft: 50 Jahre HGZ Bad Bevensen: Jubiläumsfeier im Kurhaus unter dem Motto „…und die Reise geht weiter“
Bad Bevensen. Es ging um den Austausch miteinander, um Vertrauen und Verlässlichkeit – jetzt und in der Zukunft. Bei der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Herz- und Gefäßzentrums (HGZ) Bad Bevensen im Kurhaus wurde einmal mehr deutlich, dass es sich bei dem hochspezialisierten medizinischen Hochleistungszentrum um mehr handelt, als um ein Krankenhaus.
So lud HGZ-Vorstand Dirk Ludemann die Gäste aus Gesundheitswesen und Politik – darunter auch Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi – dazu ein, die Veranstaltung vor allem als Anlass für den gemeinsamen Dialog zu nehmen. Angesichts der aktuellen Krankenhaus-Reformen, die einen tiefgreifenden Wandel mit sich bringen werden, seien Offenheit und ein gutes Miteinander aller Akteure von großer Bedeutung.
Das sah auch Gesundheitsminister Dr. Philippi so. Mit seiner Besonderheit als integriertes Zentrum habe das HGZ „erkannt, dass es gemeinsam viel, viel besser geht“, sagte er im Hinblick auf die sechs Akut-Kliniken sowie einer Reha-Klinik, die sich unter einem Dach vereinen. Hier habe man in der Vergangenheit den wissenschaftlichen Fortschritt und Entwicklungen in der Patientenversorgung nicht nur begleitet, sondern gestaltet. Damit habe sich das
HGZ „einen festen Platz in der niedersächsischen Krankenhauslandschaft erarbeitet“, so der Minister, und er stellte fest: „Sie haben es verdient, hier mindestens 50 Jahre weiterzumachen.“
Auf die zurückliegenden 50 Jahren mit ihren medizinischen Fortschritten sowie vielen strukturellen und baulichen Veränderungen war zuvor Dr. Aiman Alken, Ärztlicher Direktor am HGZ, eingegangen. Das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen, die Menschlichkeit und die medizinische Qualität auf universitärem Niveau mit dem Anspruch „Medizin nach Maß“ zu bieten – all dies zeichne das HGZ mit seinen heute mehr als 900 Mitarbeitern besonders aus. Und daher sei er sich sicher: Das 100-jährige Bestehen werde auch noch gefeiert.
Glückwünsche „zu der außergewöhnlichen Entwicklung und einem außergewöhnlichen Ruf“ überbrachte auch Bad Bevensens Stadtdirektor Martin Feller. Er betonte die Wichtigkeit des HGZ für den Kurort ebenso wie es Landrat Dr. Heiko Blume mit Blick auf den Landkreis und darüber hinaus tat. Das Haus sei ein bedeutender Arbeitgeber und insgesamt wichtig für die regionale Wertschöpfung, betonte Blume. Mehr noch: Er verglich das HGZ mit der seltenen Flussperlmuschel. „Sie ist etwas ganz Besonderes und begehrt wegen ihrer Perle. Und: Sie kann in mitteleuropäischen Gebieten 100 Jahre alt werden.“ Das könne das HGZ also als „Perle in der Kliniklandschaft“ bezeichnen.
Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, hob ebenfalls auf die Besonderheiten des Hauses ab. Er würdigte die medizinische und unternehmerische „Pionierleistung“, die in den vergangenen Jahrzehnten im HGZ erbracht worden sei und lobte die medizinische Qualität auf höchstem Niveau, die Innovationsfreude und die Verlässlichkeit im Miteinander. „Für die AOK“, so Dr. Peter, „ist das HGZ mehr als nur ein Leistungserbringer.“
Die Verlässlichkeit und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem HGZ betonte auch Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Lüneburg. „Dieses Vertrauen findet nicht zwischen Institutionen statt, sondern zwischen Menschen“, sagte er und unterstrich die Bedeutung dieses Schulterschlusses auch vor dem Hintergrund kommender reformbedingter Herausforderungen. „Wir sind froh, dass das Städtische Klinikum Lüneburg auch in den nächsten 50 Jahren das HGZ an seiner Seite hat.“
Wie die nächsten 50 Jahre aussehen könnten, davon gab derweil Professor Dr. Ingo Kutschka vom Universitären Herzzentrum Basel in seinem als „Jubiläumsimpuls“ überschriebenen Festvortrag einen Eindruck. Er stellte das Konzept des Comprehensive Heart Centre (CHC) vor, das die Herzmedizin in Niedersachsen neu ordnen könnte.
Kernidee des CHC sei, nicht mehrere Standorte gegeneinander zu optimieren, sondern landesweit ein gemeinsames Versorgungssystem zu gestalten. „Dabei ist das CHC kein zusätzliches Gebilde, sondern eine verbindliche Architektur zwischen bestehenden Akteuren“, erklärte Professor Kutschka. Hierzu könnten neben dem HGZ Bad Bevensen beispielsweise auch das Herzzentrum in Bad Rothenfelde, die Universitätskliniken in Hannover, Göttingen und Oldenburg sowie das Klinikum Braunschweig zählen. Er sei sicher: „Das HGZ wird auch in solchen Netzwerken eine entscheidende Rolle spielen.“ Ein Mandat für die Umsetzung eines solchen Konzepts müsse allerdings zunächst die Landespolitik erteilen. „Vielleicht“, so
Professor Kutschka, „ist dieses Jubiläum heute ja der richtige Auftakt dafür…“
Fotos: HGZ