Von Michael Michalzik
Uelzen. Internet-Kriminelle haben bei einem großangelegten Hackerangriff im April Tausende von Patienten-Datensätzen erbeutet. Nach und nach offenbart sich das Ausmaß des Schadens bei den betroffenen Krankenhäusern. Auch das Helios Klinikum in Uelzen ist nicht verschont geblieben.
Die Cyberkriminellen griffen den Krankenhausabrechnungs-Dienstleister Unimed mit Sitz im Saarland an und gelangten so an die Patientendaten einer Reihe von Kliniken, auch in Niedersachen. Unimed zählt vor allem Universitätskliniken zu seinen Kunden. Über das System des Anbieters rechnen diese Häuser in erster Linie mit Privatpatienten ab. Mehrere Kliniken in Niedersachsen bestätigten die Cyberangriffe. Laut übereinstimmenden Medienberichten wurden allein bei der Uni-Klinik Hannover rund 3.000 Datensätze erbeutet.
Die Helios-Gruppe hat ebenfalls mit Unimed zusammengearbeitet und ist deshalb von dem Hackerangriff mit betroffen. Eine Helios-Sprecherin bestätigt, dass es "in geringem Maße" auch Vorfälle beim Helios Klinikum in Uelzen gebe, über den der Dienstleister Unimed informiert habe. Genaue Zahlen will der Krankenhausbetreiber nicht nennen. Die Sprecherin macht aber deutlich, dass jeder einzelne Fall sehr ärgerlich für die Betroffenen sei: „Wir befinden uns hierzu bereits im Austausch mit Unimed und informieren betroffene Patienten unserer Klinik in Uelzen gemäß den gesetzlichen Vorgaben.“
Die Zusammenarbeit mit dem externen Dienstleister Unimed sei inzwischen beendet.
Betroffen sind auch die beiden Helios-Kliniken Gifhorn und Wittingen im Nachbarkreis Gifhorn, ebenfalls in geringer Fallzahl, so die Sprecherin.
Foto: Helios