Geplante Wohngeld-Kürzung: „Der Bund spart und die Kommunen zahlen die Zeche“ - Putzier: Familien, Beschäftigte und Rentner dürfen nicht die Leidtragenden sein
Uelzen/Landkreis. Die geplanten Kürzungen beim Wohngeld treffen aus Sicht des SPD-Landratskandidaten und Landtagsabgeordneten Jan Henner Putzier die Falschen: Familien mit Kindern, Beschäftigte mit kleinen Einkommen sowie Rentnerinnen und Rentner.
„Wer beim Wohngeld den Rotstift ansetzt, zieht Menschen mit kleinen Einkommen den Boden unter den Füßen weg“, sagt Putzier. „Der Bund spart und der Landkreis soll am Ende die Rechnung bezahlen. Das ist keine Sparpolitik, sondern ein Verschiebebahnhof auf dem Rücken der Menschen.“
Im Landkreis Uelzen beziehen 1685 Haushalte Wohngeld. Das durchschnittliche Wohngeld beträgt 266 Euro im Monat. Bundesweit leben in 70 Prozent der Wohngeldhaushalte Kinder. Arbeitslose machen nicht einmal vier Prozent der Beziehenden aus.
Gleichzeitig steigen die Wohnkosten: Die Mieten im Landkreis Uelzen sind von 2009 bis 2022 um 75 Prozent gestiegen. Die Zahl der geförderten Sozialwohnungen ist dagegen seit 2017 um 40 Prozent auf nur noch 496 gesunken.
„Wer jetzt beim Wohngeld kürzt, riskiert, dass Familien und Rentner in die Grundsicherung rutschen. Denn fällt das Wohngeld weg, landen viele Haushalte in anderen staatlichen Sicherungssystemen, etwa im Bürgergeld oder in der Grundsicherung. Bundesweit könnte das laut einer aktuellen Expertise rund 163.000 Haushalte betreffen. Dann spart der Bund und die Kommunen tragen die Kosten“, warnt Putzier.
Putzier fordert deshalb: „Diese Kürzungspläne müssen sofort vom Tisch. Wohngeld ist ein wirksamer Schutz vor Armut.“ Zugleich ruft er Menschen mit geringem Einkommen oder kleiner Rente auf, ihren Anspruch zu prüfen: „Viele Berechtigte stellen keinen Antrag. Die Wohngeldstellen helfen dabei.“
Doch Wohngeld allein löst das Wohnungsproblem nicht. „Wir müssen beides tun: Menschen mit kleinen Einkommen heute unterstützen und gleichzeitig dafür sorgen, dass morgen mehr bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stehen“, sagt Putzier. Gerade angesichts steigender Mieten und sinkender Zahlen bei den Sozialwohnungen müsse der Landkreis seine Wohnungspolitik neu ausrichten. „Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum und eine aktive Wohnungspolitik. Wir wollen die Wohnungspolitik in unserer Region neu aufstellen.“
Quelle der bundes- und landesweiten Zahlen: Kurzexpertise der Paritätischen Forschungsstelle / Der Paritätische Niedersachsen. Kreiszahlen: Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN), Wohngeldstatistik zum 31.12., regionale Ergebnisse 2020–2024.