Zum Hauptinhalt springen

Landkreis Uelzen

Umweltamt des Landkreises: Nächtlicher Einsatz von Mährobotern gefährdet Igel   

 |  Landkreis

Uelzen/Landkreis. Vom Frühjahr bis in den Herbst werden Mähroboter häufig genutzt. Doch autonom agierenden Gartenhelfer können gravierende Schnittverletzungen bei Igeln und anderen Kleintieren verursachen.Sie sollten daher nur tagsüber zum Einsatz kommen. Das rät das Umweltamt des Landkreises Uelzen.

Der Einsatz von Mährobotern auf privaten und öffentlichen Grünflächen nimmt kontinuierlich zu. Mit ihren rotierenden Klingen können sie dabei allerdings auch dämmerungs- und nachtaktive Wildtiere, die im Garten auf Nahrungssuche sind, verletzen oder gar töten. Sie sind nicht in der Lage, Lebewesen zu identifizieren und auszuweichen. Das betrifft vor allem Igel, da sie als überwiegend nachtaktive Tierart Gärten, Parks und Grünanlagen während der Dunkelheit zur Nahrungssuche nutzen. Und wenn der Mähroboter näherkommt, sind sie ihm hilflos ausgeliefert: Igel sind keine Fluchttiere. Bei Gefahr rollen sie sich zusammen. Sie stellen zwar ihr Stachelkleid auf, doch gegen die scharfen und schnell rotierenden Klingen der Mähroboter schützt sie das nicht.

In verschiedenen ehrenamtlichen Pflegestellen werden daher immer mehr Tiere mit grausamen Schnittverletzungen abgegeben, die teilweise aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen nur noch euthanasiert werden können. Die Ehrenamtlichen stoßen hierbei aktuell an ihre finanziellen, zeitlichen und psychischen Grenzen und können sich – wenn es so weiter geht – kaum noch um ihre eigentlichen Aufgaben, nämlich der Versorgung und Pflege von unterernährten und kranken Igeln, widmen.

Neben der unmittelbaren Gefährdung durch Mähroboter leiden Igelpopulationen auch unter Lebensraumverlust durch naturferne Gärten und Nutzflächen, Nahrungsmangel durch Insektenrückgang, Klimawandel, Einsatz von Pestiziden und Schneckenkorn, Barrieren durch dichte Metallzäune und natürlich den Straßenverkehr. Die Igelstationen helfen dabei, den hieraus resultierenden Bestandsrückgang der Igelpopulationen aufzufangen. 

Bei der Vielzahl an Problemen ist es umso wichtiger, auf den nächtlichen Einsatz von Mährobotern zu verzichten, um den Tieren wenigstens einen kleinen Rückzugsraum zu lassen. Mit der nächtlichen Ruhezeit für Mähroboter können wir alle einen wirkungsvollen Beitrag zum Artenschutz leisten.

Auch wer mit Rasenmäher oder Freischneider unter Sträuchern mäht, sollte Obacht geben und vorher einen Blick unter das Gehölz werfen, um sich zu versichern, dass dort nicht gerade ein Igel den Tag verschläft. Igel gelten im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützt. Das heißt, sie dürfen weder gefangen, verletzt oder getötet werden.

Wer Igeln, Insekten und Vögeln einen Lebensraum anbieten und mehr Artenvielfalt in seinem Garten möchte, sollte nicht nur die automatisierte Rasenpflege einschränken, sondern insgesamt mehr

Vielfalt in den Garten bringen: Wildkräuter, Stauden und Gehölze können gepflanzt oder einfach eine „unordentliche“ wilde Ecke belassen werden. Ein naturnaher Garten bietet vielen Arten Lebensraum und ist eine Oase für Mensch und Tier.

Foto: KI-generiert