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Landkreis Uelzen

Grüne sehen trotz Verbesserung „keinen Grund zur Euphorie“

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Uelzen/Landkreis. Bündnis 90/Die Grünen haben im Kreistag um ein Mandat zugelegt, haben jetzt sieben Sitze inne. Das Ergebnis hat sich von der vorigen Wahl 2016 von 13,6 auf 16,8 verbessert: „Wir haben keinen Grund, in Sack und Asche zu gehen“, sagt Kreisvorsitzender Heinrich Scholing. Grund zur Euphorie gebe es indes auch nicht: „Beim Fußball würde man sagen, das Ergebnis war ein hart umkämpftes Unentschieden. Wir haben unser Ziel verfehlt, zweitstärkste Partei zu werden. Wir werden jetzt in Bündnissen arbeiten, um unsere politischen Ziele zu erreichen“, so Scholing.

Die Kreistagsfraktion der Grünen stellt eine sichtbare Linie fest, die sich durch den Landkreis zieht: Es gibt starke Ergebnisse im Norden, in Bad Bevensen, Bienenbüttel, Ebstorf – möglicherweise auch unterstützt durch die Erfolge in Lüneburg, wo die grüne Oberbürgermeisterkandidatin Claudia Kalisch in die Stichwahl einzieht. Probleme hingegen gibt es im Südkreis: „Wir müssen uns künftig viel stärker darum kümmern und Antworten finden“, resümiert Heinrich Scholing: „Es ist uns dort offensichtlich nicht gelungen, unser Ansinnen deutlich zu machen.“ Dennoch: Es gebe angesichts des Wahlergebnisses keinen Grund zur Resignation. Und noch steht der 26. September ins Haus: „Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen. Es war noch nie so offen bei einer Bundestagswahl.“

Auch in der Hansestadt Uelzen sehen die Grünen keinen Grund zu überschwänglicher Freude. Ratsfrau Judith Libuda spricht gar von Enttäuschung. Fünf Mandate hat ihre Partei errungen: „Wir haben uns um einen Sitz verbessert, trotzdem kann man nicht zufrieden sein.“ Dabei habe der Wahlabend eigentlich gut angefangen, auch durch den Siegeszug Jürgen Markwardts. Aber: „Bei SPD und CDU war es richtig spannend, da wechselte mehrfach die Führung. Aber wir klebten von Anfang an an diesen fünf Mandaten fest. Das hätte ich so nicht erwartet. Ich hatte auf sieben Sitze gehofft.“

Enttäuschend sei auch, dass sich die Mehrheiten nicht verändert hätten: „Es ist, als wenn die Leute ihr Kreuz machen, wie sie es immer schon gewohnt sind.“ Was auch für den von SPD und Grünen unterstützten Bürgermeister Jürgen Markwardt nicht günstig sei. Er habe zwar auf seine Person eine überragende Mehrheit bekommen – aber nicht im Rat: „Das ist doch kein König, er braucht eine politische Mehrheit.“

Ein positives Fazit ließe sich allerdings ziehen: Die Fraktion habe tolle, junge Mitglieder, die hoch motiviert seien: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Foto (privat): Heinrich Scholing

 

 



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