Landkreis und DRK stärken System „Helfer vor Ort“ mit zusätzlicher Ausrüstung
Uelzen/Landkreis. Um das im Landkreis Uelzen seit Jahren etablierte System „Helfer vor Ort“ stärken und weiter ausbauen zu können, ist gestern im Uelzener Kreishaus zusätzliche Ausrüstung an Florian Buerschaper, den verantwortlichen Koordinator der Ersthelfer, übergeben worden. Landrat Dr. Heiko Blume überreichte zwei durch den Landkreis Uelzen beschaffte Defibrillatoren. Tim Meierhoff, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes Uelzen, übergab Buerschaper 20 Einsatztaschen mit medizinischer Ausstattung – gesponsert durch die Unternehmen „Glanzhelden“ und „Henning Facility Services“ sowie die Apotheke „Hambrocker Berg“, von denen jeweils Vertreter an der Übergabe teilnahmen.
Auch 20 Warnwesten zur besseren Erkennbarkeit der Helfer konnte Buerschaper von Meierhoff entgegennehmen. Die Helfer vor Ort arbeiten ehrenamtlich. Sie verfügen über eine rettungsdienstliche Ausbildung und können daher bei medizinischen Notfällen schnell und kompetent fachgerechte Hilfe leisten. Aktuell sind im Landkreis Uelzen insgesamt 110 Menschen ehrenamtlich als Helfer vor Ort aktiv. Dabei handelt es sich sowohl um Mitarbeitende des DRK und Mitglieder der Feuerwehren als auch um Personen, die sich für die Gesundheit ihrer Mitmenschen engagieren wollen und über eine medizinische und/oder rettungsdienstliche Ausbildung oder Qualifikation verfügen. Dazu zählen beispielsweise Notfallsanitäter, Pflegekräfte oder Ärztinnen.
In diesem Jahr soll ihre Zahl auf mindestens 120 anwachsen. In der Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle des Landkreises Uelzen ist eine Liste mit allen Helfern vor Ort hinterlegt. Befindet sich eine Helferin vor Ort in der Nähe des Einsatzortes und wird alarmiert, kann sie schon vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes eine erste Einschätzung der Lage an die Leitstelle weitergeben. Zudem werden die Überlebenschancen von Notfallpatienten durch eine professionelle Erstversorgung vor Ort erheblich verbessert. „Im Jahr 2025 hat sich die Zahl der dokumentierten Einsätze im Vergleich zum Jahr 2024 auf insgesamt 135 mehr als verdoppelt. Das zeigt, dass dieses zusätzliche Hilfssystem sehr gut funktioniert und ein wichtiger Baustein in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung ist. Insbesondere in ländlich geprägten Regionen wie der unseren“, so Blume. Vor diesem Hintergrund sei er den Einsatzkräften und den Sponsoren der Einsatztaschen und Warnwesten sehr dankbar.
Auch Tim Meierhoff richtete Worte des Dankes sowohl an die Sponsoren als auch an die Helferinnen und Helfer: „Das ehrenamtliche Engagement unserer Helferinnen und Helfer kann gar nicht hoch genug gewürdigt werden. Tag und Nacht stehen sie bereit, um für andere da zu sein und zu helfen. Dieses selbstlose Engagement verdient unseren größten Respekt und unsere Anerkennung.“ Bei den Sponsoren bedankte sich Meierhoff mit den Worten: „Mein besonderer Dank gilt unseren Sponsoren für ihre großartige und unkomplizierte Unterstützung. Dieses Engagement zeigt, wie stark der Zusammenhalt in unserer Region ist und wie sehr den Unternehmen die Sicherheit und Gesundheit der Menschen im Landkreis am Herzen liegen.“
Die hohe Bedeutung des Hilfssystems belegen auch die entsprechenden Einsatzorte der Helfer im vergangenen Jahr. Mit 30 Einsätzen waren diese im Bereich Bienenbüttel am häufigsten aktiv. Es folgen die Bereiche Wriedel mit 18, Himbergen mit 17 und Suderburg/Hösseringen mit elf Einsätzen. Der häufigste Alarmierungsgrund der Helferinnen und Helfer im Jahr 2025: akute Herzschmerzen, gefolgt von Bewusstlosigkeit beziehungsweise Kreislaufstillstand, Atemnot und erforderlichen Reanimationen. Auch Verkehrsunfällen, Stürzen und Krampfanfällen waren die Helfer vor Ort im Einsatz. Aufgrund der großen Bedeutung des Hilfssystems ist geplant, es in diesem Jahr auch durch die Einführung einer App zu stärken. Die Technik ermöglicht es, gezielt ausschließlich Helferinnen und Helfer zu alarmieren, die sich in der Nähe des Einsatzortes aufhalten. „Die Helfer vor Ort leisten einen wichtigen Beitrag für den ländlichen Rettungsdienst in unserer Region und zur Nachbarschaftshilfe. Durch ihren professionellen Einsatz wird unser Rettungswesen nicht nur entlastet, sondern die Versorgung der Patientinnen und Patienten deutlich optimiert“, dankte Landrat Blume abschließend Florian Buerschaper – stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer vor Ort.
Foto: Landkreis Uelzen