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Landkreis Uelzen

Zukunft Radverkehr: SPD fordert kreisweites Konzept für ein zusammenhängendes Radnetz im Landkreis Uelzen

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Uelzen/Landkreis. Die SPD-Kreistagsfraktion hat einen Antrag in den Kreistag eingebracht, mit dem der Landkreis Uelzen ein umfassendes Radverkehrskonzept entwickeln soll. Ziel ist ein zusammenhängendes Netz, das Alltagsradverkehr und Radtourismus gemeinsam denkt – über Gemeindegrenzen und Zuständigkeiten hinweg.

Gemeindeübergreifendes Radverkehrskonzept

Der Landkreis Uelzen ist bereits heute eine zertifizierte ADFC-RadReiseRegion mit rund 1.000 Kilometern ausgeschildertem Streckennetz. Radtourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Allein in Niedersachsen erwirtschaftet er jährlich zwischen 2,8 und 3,1 Milliarden Euro – ein großer Teil davon in ländlichen Regionen wie dem Landkreis Uelzen. Doch bislang beschränkt sich die Radverkehrsplanung des Landkreises weitgehend auf straßenbegleitende Radwege an Kreisstraßen. „Für ein attraktives Radverkehrsnetz, das den Einwohnern im Alltag nützt und zugleich für Touristen attraktiv ist, reicht das nicht aus", so Hannes Henze, der den Antrag für die SPD eingereicht hat. „Attraktive Radrouten verbinden Dörfer und Städte über Gemeindegrenzen hinweg und bieten durchgängig gute Wegequalität." Henze verweist auch darauf, dass nicht immer über Zuständigkeiten gestritten werden dürfe.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt der Landkreis Emsland: Dort wurde gemeinsam mit allen kreisangehörigen Kommunen ein Alltagsnetz definiert, das die wichtigsten Verbindungen zwischen allen Orten abbildet und eine verbindliche Grundlage für den gemeinsamen Aus- und Neubau bildet.

Was das Konzept leisten soll

Ein externes Fachbüro soll ein kreisweites Radverkehrskonzept erarbeiten, das drei Bausteine umfasst:

  • Netzentwicklung: Gemeinsam mit den kreisangehörigen Gemeinden wird ein Alltagsnetz definiert, das direkte und attraktive Verbindungen zwischen allen Kommunen, Städten und Dörfern im Landkreis schafft. Ergänzend werden touristische Routen durch landschaftlich reizvolle Gebiete identifiziert. Das können beispielsweise auch Wirtschafts- oder Waldwege sein, die für den Radverkehr verbessert werden sollen.
  • Bestandsanalyse: Die gesamte Radverkehrsinfrastruktur im Landkreis wird befahren, kartografisch erfasst und bewertet – unabhängig davon, wer für den jeweiligen Weg zuständig ist. Netzlücken, Wegebreiten, Oberflächenzustand und Sicherheitsmängel werden ebenso dokumentiert wie Rastplätze, Fahrradreparaturstationen und E-Bike-Ladestationen.
  • Maßnahmen und Handlungsempfehlungen: Für jede Teilstrecke werden konkrete Verbesserungen abgeleitet. Zusätzlich enthält das Konzept einen kreisweiten Plan für den Ausbau von Rastplätzen und Reparaturstationen.

Feste Anlaufstelle im Landkreis

Zur dauerhaften Umsetzung des Konzeptes soll in der Kreisverwaltung eine Koordinierungsstelle für Radverkehr eingerichtet werden. Diese fungiert als zentraler Ansprechpartner für Kommunen, Verbände und Bürgerinnen und Bürger und soll außerdem Förderanträge auf Bundes-, Landes- und EU-Ebene koordinieren und aktiv einwerben. Auch die Mitarbeit an Zertifizierungen wäre denkbar. Die Erarbeitung des Konzeptes soll in enger Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Gemeinden sowie der HeideRegion Uelzen e. V. erfolgen, damit touristische Vermarktung und infrastrukturelle Entwicklung Hand in Hand gehen. Auf einzelne bestehende Konzepte kann dabei aufgebaut werden.

„Wir wollen, dass aus diesem Konzept echte Radwege werden. Dafür braucht der Landkreis eine Stelle, die Verantwortung übernimmt, Fördergelder aktiv einwirbt, Kommunen berät und die Koordinierung übernimmt. Auch nach der Umsetzung der Maßnahmen muss das Thema fortlaufend betreut und weiterentwickelt werden", so Henze abschließend. „Unser Antrag soll nur die Basis für die nächsten Jahrzehnte schaffen.“

Dem Kreistag soll das fertige Konzept innerhalb von zwölf Monaten zur Beschlussfassung vorgelegt werden.