Der nächste Schritt: Neuer Anlauf für Geothermie in Bad Bevensen soll auch Privathaushalte versorgen
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Bad Bevensen. Geothermie, die Zweite: Mit einem neuen Anlauf setzt die Stadt Bad Bevensen ihre Arbeit in Sachen Erwärme nicht nur fort, sondern legt noch eine besondere Schippe drauf, wie Stadtdirektor Martin Feller im Gespräch mit den Uelzener Nachrichten ausführt.
Wie berichtet, hatten die CDU und die Gruppe FDP/Großmann das damalige Geothermie-Projekt mit knapper Mehrheit von 13 zu 12 Stimmen im Januar gestoppt (https://www.uelzener-nachrichten.com/stadt-und-kreis/bevensen-ebstorf/7333-gerade-eben-im-rat-der-stadt-bad-bevensen-projekt-geothermie-ist-beendet-knappe-mehrheit-besiegelt-aus-fuer-energie-gmbh?highlight=WyJnZW90aGVybWllIl0=), auch die entsprechende Erschließungsgesellschaft wurde abgewickelt. Vor kurzem dann ein Paukenschlag: Die Kurstadt hat einen privaten Investor gefunden, der einspringt - die NULLCOZWEI GmbH. Ein entsprechender Vertrag wurde geschlossen (https://www.uelzener-nachrichten.com/stadt-und-kreis/bevensen-ebstorf/8778-jetzt-doch-stadt-bad-bevensen-setzt-geothermie-projekt-fort-neuer-partner-aus-berlin?highlight=WyJnZW90aGVybWllIl0=).
„Die Planungen laufen jetzt weiter wie ursprünglich vorgesehen“, so Stadtdirektor Feller. Aber nicht nur: „Wir hatten eigentlich geplant, die öffentlichen Gebäude der Stadt mit Wärmeenergie zu versorgen - Therme, Kliniken, Schulen, das Rathaus.“ Die neu gegründete Projektgesellschaft will aber noch darüber hinaus aktiv werden und auch private Haushalte anbinden.
Feller: „Das macht in vielen Bereichen Sinn, etwa in den älteren Ortsteilen, die beispielsweise mit Fernwärme teils nur schwer erschlossen werden können.“
Ein Schritt in die energetische Zukunft, der nicht lange auf sich warten lassen soll. Den Zeitverlust nach der politischen Vollbremsung zu Jahresanfang gibt Feller mit etwa einem halben Jahr an. Jetzt soll das geothermische Potenzial der Kurstadt in raschen Schritten erschlossen werden.
Die Projektgesellschaft übernimmt die Erschließung des geothermischen Reservoirs in tiefen geologischen Schichten und den Aufbau eines modernen Fernwärmenetzes. Seismische Untersuchungen und Bohrplanungen werden nun konsequent fortgeführt.
„Dank der jahrelangen Vorarbeiten der Stadt und der Gesellschaft für erneuerbare Energien Bad Bevensen GmbH haben wir die besten Voraussetzungen, um dieses Projekt erfolgreich fortzuführen“, richtet Steffen Krause, Geschäftsführer der NULLCOZWEI GmbH, seinen Dank an alle bis dato Beteiligten.
„Mit Blick in die Historie der Stadt wissen wir alle, wie bedeutsam die Erschließung der Thermalquellen 1964 für Bad Bevensen war und immer noch ist. Nun wäre es fahrlässig sich die Chance auf die Nutzung dieser Quellen zur Wärmeversorgung entgehen zu lassen. Deshalb freut es mich umso mehr, dass die NULLCOZWEI GmbH dieses wichtige und richtungsweisende Projekt fortführen wird. Wir werden dieses Vorhaben im Rahmen unserer Möglichkeiten wohlwollend unterstützen“, freut sich Stadtdirektor Martin Feller.
Das Land Niedersachsen hatte signalisiert, die geothermische Erkundung mit bis zu 90 Prozent Risikoabsicherung zu fördern. Auf dieser Basis sollen die ersten Arbeitsschritte noch 2025 abgeschlossen werden.
Foto: Michalzik