Bad Bevensen: Warum Altkleidercontainer in der Kurstadt verschwinden
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Bad Bevensen. Plötzlich sind sie weg – die Altkleidercontainer. Wie kommt es, dass in Bad Bevensen an der KiTa oder am Neptunbrunnen die Entsorgungsmöglichkeiten für alte Kleidung verschwunden sind? Den Grund liefert der bisherige Anbieter EAST-WEST Textilverwertung Kursun GmbH, dessen Container viele Jahre in der Kurstadt standen: die dramatisch verschlechterte Lage in der Erfassung und Verwertung, insbesondere die kaufmännische und qualitative Auswertung der Verwertung.
Ein Großteil der Kleidung kann nur noch „thermisch entsorgt“, also durch kontrollierte Verbrennung bei hohen Temperaturen vernichtet werden. Deshalb hat die Firma bereits am 13. November die Altkleidercontainer ersatzlos abgezogen.
Die Situation ist nicht ganz neu, beim Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises Uelzen kennt man die Problematik seit Jahresbeginn. Die seitdem geltenden Änderungen im Zusammenhang mit der Entsorgung alter Textilien haben zu vielen Rückfragen geführt. Ob zerschlissene Textilien in den Altkleidercontainer oder in den Restabfall gehören, war dabei eine der meist gestellten Fragen. „Sie gehören in den Restabfall“, erklärt Abfallberater Johannes Antpöhler.
Neu ist seit dem Jahreswechsel auch die Zuständigkeit für die Sammlung von Alttextilien geregelt. Im Landkreis Uelzen liegt diese Zuständigkeit beim Abfallwirtschaftsbetrieb. Der AWB hat deshalb auf seinen beiden Entsorgungsanlagen, dem Wertstoffhof in Oldenstadt und dem Entsorgungszentrum in Borg, Standplätze für Textilcontainer eingerichtet und an einen gewerblichen Sammler vermietet.
Der Abfallberater weiter: „Ein großes Problem stellt dabei der Einwurf verschmutzter Textilien in die Sammelcontainer dar. Solche Textilien belasten den Sortierprozess und gehören daher weiterhin in den Restabfall. Das gleiche gilt auch für zerschlissene Kleidung oder einzelne Socken, die so nicht gebrauchsfähig sind.“ Um eine Verschmutzung entsorgter Alttextilien auszuschließen, seien Textilien vor dem Einwurf in Alttextilcontainer in Plastikbeuteln zu verpacken. Der Appell des AWB laute, nur trockene, saubere und noch gebrauchsfähige Textilien verpackt in die Container zu werfen.
Andere Möglichkeiten zur weiteren Nutzung gut erhaltener Alttextilien sind neben dem Einwurf in Sammelcontainer zum Beispiel auch die Abgabe an heimische Second-Hand-Läden, der Besuch örtlicher Kleidertauschbörsen oder die Präsentation der jeweiligen Alttextilien auf dem neuen Online-Tausch- und Verschenkmarkt des AWB auf dessen Website (awb.uelzen.de).
„Ob Alttextilcontainer, Second-Hand oder Verschenkmarkt – Ziel ist es, dass noch verwendbare Textilien nicht unnötig im Müll landen“, erläutert Christina Harms, Betriebsleiterin des AWB. Und noch ein Hinweis ist ihr wichtig: „Noch immer werden gelegentlich die Standorte der gewerblichen und karitativen Alttextilcontainer in den Gemeinden als Müllabladeplatz missbraucht. Diese Art der Abfallbeseitigung ist illegal. Verursachern drohen empfindliche Geldstrafen.“