Rat Bad Bevensen: Kurstadt steigt nicht aus Lüneburger Heide GmbH aus - Dennoch massive Kritik wegen mangelnder Unterstützung
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Von Michael Michalzik
Bad Bevensen. Die Kurstadt Bad Bevensen wird nicht aus der Lüneburger Heide GmbH (LHG) aussteigen. Ein entsprechender Antrag von BfB-Fraktion und FDP/Großmann-Gruppe wurde in der gestrigen Sitzung des Rats mehrheitlich abgelehnt. Für die CDU begründete Andreas Czerwinski das „Nein“ seiner Fraktion: „Es wäre das falsche Signal.“ Eine Kündigung des Gesellschaftervertrags könnte öffentlich als Rückzug der Stadt Bad Bevensen aus dem Tourismus wahrgenommen werden.
Dass auch die Christdemokraten mit der Leistung der LHG nicht zufrieden sind, hielt Czerwinski indes trotz des „Gegenstimmen“ seiner Fraktion deutlich fest: „Ich mache die Kritik am Geschäftsführer der Lüneburger Heide GmbH öffentlich. Er verspricht viel, aber es passiert nichts.“
Die Lüneburger Heide GmbH wurde 2008 von einer Reihe von Städten und Kommunen, unter anderem dem Landkreis Uelzen, der Hansestadt Lüneburg und dem Landkreis Celle, gegründet. Geschäftsführer ist seitdem Ulrich von dem Bruch.
In Bad Bevensen, gemeinsam mit Lüneburg eine von zwei Städten, die der LHG als Gesellschafter angehören, brodelt es seit geraumer Zeit. Im gestern gestellten Antrag zum Ausstieg hieß es: „ Die Stadt hat in keiner Weise vom Angebot der LHG profitiert. Im Gegenteil: Von den von der LHG genannten gestiegenen Übernachtungszahlen hat der Tourismus in Bad Bevensen nicht partizipiert, die Übernachtungszahlen sind seit 2008 ständig gesunken.“ Und das bei jährlichen Beitragskosten von 56.000 Euro pro Jahr.
Für die BfB hielt Hans-Bernd Kaufmann fest: „Wir haben den Antrag auf eine Kündigung mehrfach zurückgestellt, weil uns zugesagt wurde, dass wir einen ganzen Katalog mit Vorschlägen zur Verbesserung bekommen. Das ist nicht geschehen. Wir erkennen keinen Vorteil in den Aktivitäten der LHG.“ Eine Kündigung, so Kaufmann, zum jetzigen Zeitpunkt werde erst in drei Jahren wirksam: „Es besteht in diesem Zeitraum durchaus die Möglichkeit, dass die LHG Leistungen erbringt, die uns überzeugen.“
Czerwinski betonte, dass die CDU sich zum Thema mit Ulrich Langer, Geschäftsführer der Bad Bevensen Marketing GmbH, ausgetauscht habe. Dieser habe darauf hingewiesen, dass die Lüneburger Heide GmbH der touristische Dachverband der Region sei und deshalb von einer Kündigung abgeraten. Czerwinski verwies auch auf mangelnde Alternativen: „Der Verein HeideRegion Uelzen ist in Agonie.“
Foto: Michalzik