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Es geht um den Flächentarifvertrag: 27-Stundenstreik bei Elmess in Uelzen

  • Subtitle: Uelzen

Uelzen. Die Belegschaft der Elmess Thermosystemtechnik an der Nordallee in Uelzen sind am 15.02.24 und 16.02.24 aufgerufen in einen 27-stündigen Warnstreik zu treten. Grund sind laut IG Metall die stockenden Verhandlungen zur Heranführung an den Flächentarifvertrag der niedersächsischen Metall -und Elektroindustrie. Der Arbeitskampf ist aufgenommen, viele Mitarbeiter demonstrieren derzeit vor den Werkstoren.

Lennard Aldag, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Celle-Lüneburg begründet den Aufruf zum 27-Stundenstreik mit der "Verzögerungstaktik der Elmess Geschäftsführung": "Wir haben in der letzten Woche dezidierte Vorschläge gemacht und Elmess aufgefordert, mit uns konkret zu verhandeln. Das Unternehmen ist aber scheinbar nicht bereit mit der IG Metall und der Belegschaft bei Elmess zu verhandeln. Stattdessen möchte die Geschäftsführung offenbar die bewährten Spielregeln der deutschen Betriebsverfassung umgehen, um halbseidene Entgeltregeln und Bonuszahlungen nach 'Nasenfaktor' bei Elmess zu etablieren. Klar ist: Dass wird mit uns nicht zu machen sein! Deswegen geben wir der Geschäftsführung nochmal 27 Stunden, um darüber nachzudenken, ob es nicht besser ist, miteinander zu verhandeln."

Die rund 100 Beschäftigten des Spezialisten für explosionsgeschützte Heizungen fordern die Anerkennung der Tarifverträge der niedersächsischen Metallindustrie. "Gleiche Arbeit für gleiches Geld! Die Höhe des Verdienstes darf weder von nicht nachvollziehbaren Kriterien oder der Laune der Geschäftsführung abhängig sein", sagt Randolf Leipnitz, Betriebsratsvorsitzender bei Elmess. "Die Löhne liegen doch jetzt schon bis zu 20 Prozent unter der Fläche. Da darf sich doch der Betrieb nicht wundern, warum die potenziellen Bewerber einen weiten Bogen um Elmess machen. Die Region leidet doch jetzt darunter, dass einige Unternehmen die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen. Gute Motivation und Wertschätzung, Qualität und gerechte Entlohnung sind heute Standortvorteile und kein Kostennachteil. Das haben viele einschlägige Studien längst erwiesen", bekräftigt Leipnitz. Lennard Aldag ergänzt: "Die Belegschaft wird einen offenen Brief an die NIBE-Geschäftsleitung in Schweden schreiben und substanzielle Schritte für Verhandlungen mit der IG Metall einfordern. Wie dieser Weg aussieht, ob in Stufen oder die Zeitschiene, so dass sich das Unternehmen vorbereiten kann, dass müssen die Verhandlungen zeigen."

Der 27 Stundenstreik beginnt am 15.02.24 um 12 Uhr und geht bis zum 16.02.24 um 15 Uhr an den Zufahrten von Elmess an der Nordallee in Uelzen. Die Beschäftigten von Elmess werden mit vielfältigen Aktionen auf ihre Forderungen aufmerksam machen und stehen für Fragen und Diskussionen bereit. Sollte es kein Signal seitens der Geschäftsführung geben, plant die IG Metall für den morgigen Freitag einen Autokorso von der Nordallee zum Herzogenplatz, wo eine Kundgebung stattfinden soll: Start des Korso ist um 11.00 Uhr, die Kundgebung findet um 11.30 Uhr statt.

Foto: Michalzik