Vogelgrippe: Warum umsichtiges Verhalten für Tierhalter jetzt besonders wichtig ist
Uelzen. Die Vogelgrippe breitet sich weiter aus. Zwar befällt das H5N1-Virus überwiegend Vögel, doch ist inzwischen klar, dass sich auch bestimmte Säugetiere infizieren und erkranken können. Für Halterinnen und Halter von Hunden und insbesondere Katzen bedeutet dies erhöhte Aufmerksamkeit. Wichtig bleibt: Panik ist nicht angebracht, doch die Situation ist aktuell ernst. Umsichtiges Verhalten ist daher entscheidend, um eine weitere Ausbreitung der sogenannten aviären Influenza zu verhindern – zum Schutz unserer Haustiere ebenso wie der besonders betroffenen Wildtiere. Entsprechend sollten empfohlene Vorsichtsmaßnahmen derzeit konsequent beachtet und umgesetzt werden.
"Wer frühzeitig auf Schutzmaßnahmen achtet, kann das Risiko einer Infektion für sein Tier deutlich verringern. Wie sich die Erkrankung bei Hunden und Katzen zeigt und welche vorbeugenden Maßnahmen sinnvoll sind", erklärt Félice Oude Hengel, Tierärztin bei den Uelzener Versicherungen.
Vogelgrippe-Infektion bei Katzen und Hunden erkennen
Zeigt der Vierbeiner Anzeichen von Krankheit nach dem Kontakt mit nachgewiesen infizierten, krankheitsverdächtigen oder verendeten Vögeln und deren Ausscheidungen, kann das ein Hinweis auf eine Infektion mit dem H5N1-Virus sein. „Treten Krankheitssymptome auf, sollte zügig ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Ein frühzeitiges Erkennen ist entscheidend, um die Verbreitung des Virus einzudämmen und den Patienten möglichst schnell behandeln zu können“, sagt die Expertin der Uelzener. Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus, ist es wichtig, das Personal der Tierarztpraxis vor dem Betreten darüber zu informieren.
„Die Symptome sind leider oft unspezifisch“, erläutert Félice Oude Hengel. Häufig zeigen betroffene Tiere Teilnahmslosigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber oder Durchfall. Auch Atemwegsprobleme mit Augen- und Nasenausfluss, Husten oder auffälligen Atemgeräuschen können auftreten. „In schweren Fällen sind zentrale neurologische Störungen wie Orientierungslosigkeit, ein schwankender Gang oder Krämpfe möglich. Vereinzelt kann die Infektion sogar tödlich enden.“ Vogelgrippe bei Katzen und Hunden kann nur symptomatisch behandelt werden. Eine vorbeugende Impfung gibt es für Hunde und Katzen bislang nicht.
Infizierte Tiere gehören in Quarantäne
Ob eine Übertragung von Haustieren auf den Menschen stattfinden kann, wird noch untersucht. Umso wichtiger ist es, im Fall einer Erkrankung alles zu tun, um sich selbst sowie andere Personen und Tiere im Haushalt zu schützen. Aber wie? „Ein bisschen wie zu den Hochzeiten der Corona-Pandemie“, sagt die Tierärztin. „Man sollte für das infizierte Haustier ein Quarantänezimmer einrichten und den direkten Kontakt so weit wie möglich reduzieren.“ PraktischeTipps zur Beschäftigung von Hunden im Haus sind im Magazin der Uelzener zu finden.
Im Alltag helfen Hygienemaßnahmen dabei, eine Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Nach jedem Kontakt mit dem infizierten Tier müssen die Hände gründlich gewaschen und desinfiziert werden. Näpfe, Körbchen und andere Utensilien sind ausschließlich vom erkrankten Tier zu nutzen und nach Gebrauch sorgfältig zu reinigen. Auch bei den Ausscheidungen infizierter Tiere ist besondere Vorsicht geboten, beispielsweise beim Reinigen der Katzentoilette. Gassirunden mit dem Hund sollten möglichst kurz ausfallen. Es ist wichtig, den Vierbeiner an der Leine zu führen und von anderen Tieren fernzuhalten.
Ob und wann ein infiziertes Tier als nicht mehr ansteckend gilt, sollten im Einzelfall die zuständigen Fachkräfte entscheiden. Nach überstandener Infektion ist es wichtig, den Quarantänebereich gründlich zu reinigen sowie Decken und andere Textilien bei hohen Temperaturen zu waschen.
Erhöhte Vorsichtsmaßnahmen für betroffene Regionen
„Auch wenn es schwerfällt: In Risikogebieten gehören Hunde an die Leine und Freigängerkatzen ins Haus, um den Kontakt mit infizierten Vögeln oder Aas zu verhindern“, rät Tierärztin Félice Oude Hengel. „Die Vierbeiner müssen konsequent von Hausgeflügelställen, aber auch von Wildvögeln ferngehalten werden. Der Kontakt mit Wasservögeln und Aasfressern stellt ein besonders hohes Risiko dar.“
Das Ansteckungsrisiko über verarbeitetes Futter schätzt die Expertin hierzulande als gering ein. Vorsicht sollte man allerdings bei der Fütterung von rohen Geflügelprodukten walten lassen.
„Die Verbreitung der aviären Influenza stellt eine ernstzunehmende Bedrohung dar, nicht nur für Vögel. Umso wichtiger ist das verantwortungsbewusste und aufmerksame Handeln jedes einzelnen Tierhalters, um unsere (Wild-)Geflügelbestände und schließlich auch unsere Haustiere zu schützen“, so das Fazit der Expertin.
Aktuelle Informationen zur Lage in der eigenen Region finden Tierhalter im TierSeuchenInformationsSystem (TSIS).
Die Uelzener Versicherungen
Die Gruppe der Uelzener Versicherungen zählt zu den führenden Spezialversicherern für Tiere in Deutschland. Sie wurde 1873 gegründet und blickt nunmehr auf über 150 Jahre Tradition und Partnerschaft zurück. Als erstes deutsches Versicherungsunternehmen entwickelte die Uelzener schon 1984 die Tierkrankenversicherung. Seitdem vertrauen Halterinnen und Halter von Hunden, Katzen und Pferden sowie gewerbliche Kundinnen und Kunden wie Hundeschulen oder Pferdebetriebe auf deren Expertise. Das Unternehmen hat mit seinen rund 350 Mitarbeitenden den Stammsitz im niedersächsischen Uelzen. Darüber hinaus ist es u.a. mit Büros in Berlin und Hamburg sowie mit den Tochtergesellschaften Uelzener Service GmbH in Wegberg, Deine Tierwelt GmbH in Hannover und Cleo & You GmbH in Hamburg vertreten.
Foto: Uelzener Versicherungen