Fall Konert bei Aktenzeichen XY: „Stellen Sie sich - oder sagen Sie, wo ich Katrin finden kann!“
Von Michael Michalzik
Bergen/Dumme. Gestern Abend, live im ZDF: Kriminalhauptkommissarin Annegret Dau-Rödel schaut mit festem Blick in die Kamera - und wendet sich während der Sendung „Aktenzeichen XY…“ direkt an die Zielperson: „Stellen Sie sich - oder sagen Sie mir wenigstens, wo Katrin ist.“ Bei aller Gefasstheit - der Kommissarin vom Kriminalermittlungsdienst Lüchow ist anzusehen, wie sehr sie der Fall Katrin Konert immer noch beschäftigt (UEN berichteten: https://www.uelzener-nachrichten.com/blaulicht/9923-kampagne-spurlos-verschwunden-die-polizei-sucht-seit-25-jahren-nach-katrin-konert-aus-bergen?highlight=WyJrb25lcnQiXQ==)
Es sei wohl nicht damit zu rechnen, dass die vor 25 Jahren verschwundene 15-Jährige noch am Leben sei, fasst Moderator Rudi Cerne nach. Nein, räumt die leitende Ermittlerin in dem Cold Case ein. Aber der Verantwortliche solle auch an die Eltern der vermissten Schülerin denken, die seit 25 Jahren nicht mit dem Schicksal ihres Kindes abschließen könnten.
Zu sehen sind mit Schauspielern gedrehte Szenen, die zeigen, wie Katrin in der Neujahrsnacht 2001 von ihrem Freund in Bergen/Dumme aufbricht, wie sie im Eisregen an einer Bushaltestelle im Ort vorbeigeht. Spiegelglatt soll es gewesen sein. Deswegen habe sie keine Mitfahrgelegenheit bekommen. Unklar, ob sie in einen Bus eingestiegen ist. Ein Zeuge gab später an, mit Katrin gesprochen und angeboten haben, sie nach Hause, nach Groß Gaddau, zu fahren. Sie habe abgelehnt.
Der Beitrag ist der XY-Auftakt einer Serie über vermisste Kinder, die eine aktuelle BKA-Kampagne aufgreift - „Spurlos verschwunden“. Ziel ist es, die Aufmerksamkeit für ungeklärte Vermisstenfälle zu erhöhen und neue Hinweise aus der Bevölkerung zu gewinnen.
Ein wichtiger Hinweis, auf den Ermittlerin Dau-Rödel eingeht, stammt aus dem Jahr 2018: Damals hatte sich ein Zeuge über das komplett anonymisierte Hinweisgeber-System BKMS bei der Polizei gemeldet (https://www.bkms-system.net/bkwebanon/action/report/disclaimer.do?nextPage=companySelect&language=ger&login=false&c=-1) und „sich sogar einen eigenen digitalen Briefkasten eingerichtet“. Doch dann brach der Kontakt ab, weitere Fragen der Polizei blieben unbeantwortet.
Kriminalhauptkommissarin Dau-Rödel startet einen weiteren Appell und bittet Zeugen, die vor Ort etwas gesehen und mitbekommen haben könnten, etwa, als ihr Hund „in die andere Richtung gezogen hat.“ Wieder fragt Moderator Cerne nach: „Sie meinen, ob da ein Leichnam in einem Gebüsch gelegen haben könnte.“ Die Ermittlerin: „Ja.“
Schon während der Sendung gingen erste, neue Hinweise ein. Der Zeuge aus dem Jahr 2018 soll aber nicht dabei gewesen sein.
Zeugen können sich unter der Telefonnummer (05841) 12 20, per E-Mail an
Für Hinweise, die zur Klärung des Falls dienen, hat die Polizeidirektion Lüneburg eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro ausgesetzt.
Screenshot: Michalzik, Qelle: ZDF