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Landkreis Uelzen

Putzier: Schulabsentismus auf allen Ebenen in den Blick nehmen

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Hannover/Uelzen. SPD und Grüne in Niedersachsen wollen junge Menschen mit Problemen beim Schulbesuch besser unterstützen. Einen entsprechenden Antrag brachten die regierungstragenden Fraktionen am Donnerstag in den Landtag ein. Kernforderung ist eine Abkehr von Bußgeldern und Arrest als Strafe für Schulabsentismus und eine Hinwendung zu mehr Hilfsangeboten. Der Antrag wird nun im parlamentarischen Verfahren behandelt.

Der Uelzener SPD-Landtagsabgeordnete Jan Henner Putzier verweist darauf, dass hinter Schulabsentismus in der Regel meist etwas ganz anderes steckt als schlichtes Schwänzen aus Unlust. „Oft stehen psychische Belastungen, Mobbing, familiäre Krisen, Armut oder gesundheitliche Probleme hinter dem Fehlen. Wenn wir diesen jungen Menschen helfen wollen, müssen wir die Ursachen bekämpfen – nicht die Symptome“, so der SPD-Politiker. SPD und Grüne fordern daher ein Landesverfahren nach dem Prinzip „Hilfe vor Sanktion“. Erfolgreiche Modelle sollen ausgerollt werden.

Im Landkreis Uelzen hat die Problematik in den letzten Jahren stark zugenommen. Von 166 Schulversäumnisanzeigen im Jahr 2023 stieg die Zahl auf 300 im Jahr 2025. „Das müssen wir in den Blick nehmen und miteinander bearbeiten. Dabei können wir auch vor Ort mehr tun. Wir müssen dringend bessere, koordinierte Verfahren im Landkreis Uelzen haben, die auf die Prinzipien Unterstützung, Struktur und Kooperation setzen“, so Putzier.

Putzier verweist auf viele bereits bestehende Angebote wie Jugendwerkstätten, Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams. Diese müssen stärker vernetzt, unterstützt und ausgebaut werden. Dabei könne auch von anderen Landkreisen gelernt werden. „Wir wollen kein Kind wegen Angst, Überforderung oder schwieriger Lebensumstände verlieren“, betont Putzier: „Packen wir das miteinander an!“