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Landkreis Uelzen

Metronom kämpferisch: „Wir sind und wir bleiben“ - Teilnahme an neuer Ausschreibung

 |  Landkreis

Uelzen. Das Land hat sich mit dem Metronom auf eine Aufhebung des Verkehrsvertrages zum Juni 2026 geeinigt. Ein entsprechender Beendigungsvertrag wurde jetzt von den beteiligten Institutionen unterzeichnet. Darüber informierte gestern das niedersächsische Verkehrsministerium. Jetzt meldet sich Metronom mit einer emotionalen Pressemitteilung selbst zu Wort: 

 

"In den letzten Wochen gab es zahlreiche Fragen und Meldungen zur aktuellen Situation und der Zukunft des metronom. Auch die ein oder andere falsche Meldung hatte sich eingeschlichen. 

 

Wir klären auf und informieren. Wie immer offen, ehrlich und transparent.

 

Das Wichtigste vorab:  metronom und die Aufgabenträger unter Führung der LNVG (Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen) haben sich in der letzten Woche abschließend darauf geeinigt, den aktuell gültigen Verkehrsvertrag des metronom für die Strecken

 

-        Hamburg – Lüneburg – Uelzen

-        Uelzen – Hannover – Göttingen - Hamburg – Bremen

zum 13.06.2026 zu beenden. Ab dem 14.06.2026 gilt dann ein neuer Verkehrsvertrag, welcher von der LNVG demnächst ausgeschrieben wird. Auch metronom kann (und wird) sich an dieser Ausschreibung beteiligen. 

Die Vereinbarung zum Ende des Verkehrsvertrages sieht vor, dass metronom die o.g. Strecken bis 13.06.2026 unverändert weiter fährt. Das Fahrplanangebot soll ab Dezember 2024 sogar wieder erweitert werden.

Mit dem vorzeitigen Ende des Verkehrsvertrages eröffnet sich die Chance eines „geordneten Neustarts“ – sowohl für metronom als auch für die wichtigsten Strecken des Nahverkehrs in Niedersachsen. 

Der geordnete Neustart bedeutet auch, dass metronom unverändert neue Lokführer und Fahrgastbetreuer ausbilden und einstellen wird. 

Weitere Hintergrundinformationen:

 

Wir bleiben … metronom metronom wird sich nicht aus dem Nahverkehr in Niedersachsen zurückziehen. Alle Meldungen dieser Art sind und waren falsch.

Rückblick:

metronom fährt im Auftrag des Landes Niedersachsen (LNVG), der Region Hannover, der Hansestadt Bremen und Hamburg seit 2003 die wichtigsten Strecken des Nahverkehrs in Niedersachsen. Mit dem metronom begann eine Zeit des modernen, qualitativ hochwertigen Nahverkehrs. Viele Fahrgäste der ersten Stunde sprechen noch heute von einem „Quantensprung“. 

Die Markenzeichen des metronom seit 2003 sind:

• neue, moderne Züge, welche die LNVG dem metronom zur Verfügung stellt

• freundliche, hilfsbereite Zugbegleiter

• ein attraktiver Fahrplan (zuverlässiger Stundentakt) im Auftrag der LNVG

• eine frische, moderne Marke mit hohem Wiedererkennungswert

• umfangreicher Service vor, während und nach der Fahrt

• Kundenzentren entlang der Strecke

• ein modernes, gut funktionierendes Fundbüro

• umfangreiche Fahrgastinformation

• Treffpunkte zum einfachen Fahrkartenkauf im ganzen Streckennetz

• … und vieles mehr

In den folgenden 20 Jahren hat metronom den Nahverkehr immer weiter modernisiert und durch neue Ideen und Services bereichert. Viele Ideen des metronom sind inzwischen Standard in der gesamten Branche:

2009       Alkoholkonsumverbot während der Fahrt

2010       verbesserter Fahrplan, Einführung einer Regionalexpress-Linie im Auftrag der LNVG

2011       Verkehrsmeldungen auf Twitter

2012       Stammplatzreservierung + Ruhewagen

2012       Zug der Ideen

2013       Verkehrsmeldungen auf facebook

2013     Fahrkartenverkauf online

2013     weitere Verdichtung des Fahrplans im Auftrag der LNVG

2016     neue Nachtfahrten am Wochenende im Auftrag der LNVG

2019       trotz Corona: metronom fährt uneingeschränkt weiter

2020       Eröffnung des metronom Trainingszentrums für eine bessere Ausbildung 2021 neue, noch modernere Zugverbände, welche die LNVG dem metronom zur Verfügung stellt 

2021       kostenfreies W-LAN

Diese Leistungen waren möglich, weil metronom zusammen mit der LNVG ein ganz eigenes, besonderes Konzept für den Nahverkehr entwickelt hat. Und weil das Unternehmen gesund, leistungsstark und engagiert war und ist.

metronom versucht immer, die Interessen aller Beteiligten in gleichem Maße zu erfüllen: der Aufgabenträger (unter Führung der LNVG), der Fahrgäste, seiner Mitarbeiter und als Wirtschaftsunternehmen. Das ist nicht immer leicht, vor allem, wenn die Interessen sich teilweise widersprechen.

So hat metronom 2016 ein überaus faires Angebot für die zweite Ausschreibung des Hansenetzes abgegeben, welches zahlreiche extra Service-Leistungen und Verbesserungen für die Fahrgäste vorsieht - gleichzeitig aber auch das wirtschaftlichste Angebot war. Dieses Angebot war unter den 2016 bekannten und vorhersehbaren Rahmenbedingungen kalkuliert. 

Seit 2018 fährt metronom unter diesem Verkehrsvertrag und wie die Zahlen zur Pünktlichkeit, Fahrgastzufriedenheit und Zuwachs an Fahrgästen zeigen, bis 2020 auch erfolgreich, zuverlässig und qualitativ hochwertig. 

Und dann ist die Welt ab 2019 eine andere geworden. Zuvor nicht bekannte Großbaustellen in und um Hamburg haben den Eisenbahnverkehr erheblich eingeschränkt. Die Corona-Pandemie mit allen bekannten Folgen und Einschränkungen; ein bundesweiter, akuter Fachkräftemangel mit einer sich gleichzeitig grundlegenden Änderung der Arbeitswelt hatten erhebliche Auswirkungen auf den sehr komplexen Betrieb der Eisenbahnstrecken des metronom. Mit dem Krieg in der Ukraine, der daraus folgenden Energiekrise und einer massiven Inflation hatte natürlich auch der metronom zu kämpfen. Hinzu kamen Tarifabschlüsse der Gewerkschaften zwischen 2020 bis 2024 mit insgesamt mehr als 30% Entgelterhöhungen inkl. Einmalzahlungen für alle Mitarbeiter.

Jedes einzelne dieser Themen kann ein gesundes Unternehmen bewältigen. Bis 2022/2023 hat metronom alle Auswirkungen dieser massiven Veränderungen auch mehr oder weniger gut gemeistert.

Alle genannten Auswirkungen machen vor allem eins: Eisenbahnfahren viel, viel teurer.

Allerdings gilt wie oben beschrieben der ursprünglich kalkulierte Verkehrsvertrag. 

Vor diesem Hintergrund ist metronom im Spätsommer 2023 partnerschaftlich auf die LNVG zugegangen und hat über Möglichkeiten gesprochen, die laufenden Verträge anzupassen und somit auf die genannten, geänderten Rahmenbedingungen zu reagieren. Ziel war es, alle im Verkehrsvertrag vereinbarten Leistungen zu erfüllen und das Unternehmen wirtschaftlich gesund zu halten.

 In sehr offenen, partnerschaftlichen und fairen Gesprächen stellte sich heraus, dass die laufenden Verkehrsverträge aus rechtlichen Gründen nicht angepasst werden können.

Einzige Möglichkeit: das ursprünglich für 2033 geplante Ende der Verträge auf Sommer 2026 vorzuziehen. Ein geordneter Neustart also für das Hansenetz und für den metronom. 

Darauf haben sich die LNVG und metronom nun abschließend verständigt.

Das heißt auch: bis Sommer 2026 fährt metronom unverändert auf den jetzigen Strecken weiter und wird alles dafür tun, auch den altbekannten, guten metronom Standard wieder zu erreichen. 

Ab Dezember 2024 wird der aktuell gültige Fahrplan laut dieser Vereinbarung spürbar erweitert. Vor allem die Verstärkerzüge zwischen Lüneburg – Hamburg und Tostedt – Hamburg sollen dann wieder fahren.

Mit dem nun vereinbarten, früheren Ende des alten Verkehrsvertrages zeigt metronom vor allem eins: unternehmerische Vernunft, Handlungsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Ziel allen unternehmerischen Handelns muss es immer sein, Schaden von den Mitarbeitern, Auftraggebern, Kunden und Eigentümern fernzuhalten. Deshalb war diese Entscheidung sinnvoll, notwendig und richtig. 

Es eröffnet die Möglichkeit, mit einem neuen Verkehrsvertrag auf die geänderten, gesamtwirtschaftlichen Bedingungen zu reagieren und diese ggfs. vertraglich neu zu regeln.

Es eröffnet für Verkehrsunternehmen aber auch die Möglichkeit, sich organisatorisch anzupassen und auf die neuen Rahmenbedingungen vorzubereiten.

Über die Bedingungen neuer Verkehrsverträge entscheiden die LNVG und die politischen Gremien des Landes Niedersachsen.

 

Bis zur Veröffentlichung einer oder mehrerer neuen Ausschreibung(en) werden diese Bedingungen allein in den zuständigen politischen Gremien ausgearbeitet.

Bis zum Abschluss der Ausschreibung(en) und der Vergabe eines neuen Verkehrsvertrages gilt der bisherige. metronom und die LNVG haben sich darauf geeinigt, diesen Verkehrsvertrag zu erfüllen.

metronom wird alles dafür tun, bis zum letzten Tag des alten Verkehrsvertrages alle Züge zuverlässig zu fahren, eine hohe Pünktlichkeitsquote einzuhalten, die Züge sauber und mit funktionierenden WCs einzusetzen und jederzeit freundliche, hilfsbereite Mitarbeiter einzusetzen, die die Erwartungen der Fahrgäste und Aufgabenträger mehr als erfüllen.

Denn das sind die besten Voraussetzungen dafür, dass es auch künftig heißt:

„mein metronom kommt“

 

Also ja – metronom will weiterhin das erfolgreichste Nahverkehrsunternehmen in Niedersachsen bleiben und will sich an der neuen Ausschreibung beteiligen.

 

Denn wir sind vor allem eins: Eisenbahner, Dienstleister und Gastgeber mit Herz. „Unterwegs mit Freunden“ ist unsere Mission. Denn wir lieben Niedersachsen und unsere Fahrgäste. Das war so, das ist so und das wird auch so bleiben.

Um für alle Fahrgäste zuverlässig und planbar fahren zu können, hat metronom den aktuellen Fahrplan abgesichert:

Der aktuelle Fahrplan bleibt weiterhin gültig. Damit entfallen zwar einige liebgewonnene „Verstärkerzüge“ zwischen Hamburg – Lüneburg und Hamburg – Tostedt. Aber es ist die einzige Möglichkeit, alle restlichen Fahrten (Stundentakt) verlässlich und sicher anzubieten.

Unser größtes Kapital sind unsere Mitarbeiter. Denn nur wenn Peter, Frauke, Hans und Sabine die Fahrgäste jeden Tag mit ihrem Lächeln begrüßen, ist es ein „echter“ metronom.  

Deshalb ist es auch wichtig zu betonen, dass alle Arbeitsplätze gesetzlich gesichert sind – auch über das Ende des jetzigen Verkehrsvertrages hinaus. Sämtliche Arbeitsverträge werden in einen neuen Verkehrsvertrag übernommen, egal welches Verkehrsunternehmen diesen dann erhält. Und wir gehen fest davon aus, dass es der metronom sein wird.

Dies gilt übrigens auch für neue Mitarbeiter. Es lohnt sich unverändert, Teil der metronom Familie zu werden. Und wir werden nicht darin nachlassen, neue Familienmitglieder zu gewinnen.

Gleichzeitig bitten wir alle Fahrgäste, auch weiterhin fair mit allen Mitarbeitern umzugehen. Jeder einzelne hat es verdient, gerne zur Arbeit zu kommen und für alle Fahrgäste da zu sein.

Und natürlich wird es auch künftig mal eine Verspätung oder einen Zugausfall geben. Verspätungen stressen uns genau wie die Fahrgäste. Wir wollen für dich da sein und schaffen es nicht immer so, wie wir wollen.  Fehler passieren, das ist menschlich, aber wir geben jeden Tag unser Bestes."

Foto: Michalzik