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Landkreis Uelzen

Psychosoziale Notfallversorgung mit neuer Leitung   

 |  Landkreis

Uelzen/Landkreis. Landrat Dr. Heiko Blume hat im Rahmen einer kleinen Feierstunde die Leitung der im Jahr 2023 ins Leben gerufenen Gruppe „Psychosoziale Notfallversorgung“ (PSNV) offiziell an Jürgen Schubbert übergeben. Der 67-Jährige wird ab sofort die Geschicke der Gruppe lenken und die wichtige Aufgabe ehrenamtlich fortsetzen. Der pensionierte Polizeibeamte aus der 

Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf bekam von Blume einen Blumenstrauß überreicht. „Ich danke Ihnen für Ihre Bereitschaft, diese besondere Aufgabe zu übernehmen und damit wichtige gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Ihnen und allen Gruppenmitgliedern wünsche ich stets das für diese Arbeit unverzichtbare Mitgefühl, aber ebenso auch innere Stärke – ohne die diese Tätigkeit nicht möglich ist“, so Blume.  

Schubbert folgt damit auf Jan Böker, der terminlich verhindert war und deshalb nicht persönlich an der Feierstunde teilnehmen konnte. In Abwesenheit dankte der Landrat Jan Böker für die zuverlässige Erfüllung der herausfordernden und schwierigen Aufgabe. „Durch seine Arbeit hat Herr Böker an entscheidender Stelle dazu beigetragen, die Gefahren einer seelischen Überbelastung Betroffener einzudämmen und mögliche psychische Spätfolgen zu vermeiden“, so der Landrat. Jan Böker hat sein Amt aus persönlichen Gründen niedergelegt, da er im Bereich der Feuerwehr ebenfalls Führungsaufgaben wahrnimmt.   

Um ihre Zugehörigkeit zu der Gruppe beim gemeinsamen organisationsübergreifenden Auftrag auch am Einsatzort deutlich zu machen, erhielten sämtliche Mitglieder der PSNV-Gruppe neue Einsatzbekleidung durch den Landkreis Uelzen. Denn im Rahmen gemeinsamer Einsätze ist neben der PSNV-Gruppe regelmäßig auch die Notfallseelsorge beteiligt, die in besonders schwierigen Einsatzszenarien hinzugezogen wird.  

Die Fachgruppe PSNV wird als „erste Hilfe für die Seele“ inzwischen routinemäßig zu besonderen Einsatzfällen durch die Leitstelle des Landkreises mitalarmiert, um Betroffenen, Angehörigen, Augenzeugen und Ersthelfenden in, sowie den Einsatzkräften nach besonders belastenden Situationen unterstützend zur Seite zu stehen. Seit ihrer Gründung im Juni 2023 hat die Fachgruppe bereits an zahlreichen Einsätzen teilgenommen. Im Jahr 2025 hat die Fachgruppe in 66 Einsätzen insgesamt 167 Personen betreut, unter ihnen 13 Kinder. 

Die Einsätze, die Betroffene als auch Einsatzkräfte umfassen, stellen hohe Anforderungen an das Engagement und die Fachkenntnisse der PSNV-Mitglieder. Diese verfügen über eine umfassende Ausbildung mit jeweils 120 Unterrichtseinheiten.  

Im Jahr 2025 konnten sechs neue Kräfte ausgebildet werden. Der Dienstplan wird wöchentlich bestellt, es finden Zwölf-Stunden-Schichten rund um die Uhr statt. Für jeden Einsatzfall steht eine „Psychologische Einsatzkraft vom Dienst“ sowie eine „Flügelperson“ als zweite Einsatzkraft bereit.  

Alle zurzeit 16 aktiven Ehrenamtliche der Gruppe sind zudem verpflichtend aktive Mitglieder einer sogenannten BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) und engagieren sich ehrenamtlich beispielsweise beim Deutschen Roten Kreuz, den Freiwilligen Feuerwehren, der DLRG und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Erfahrungen aus den dortigen Einsätzen und das breite Altersspektrum der Mitglieder der Fachgruppe von 32 bis 67 Jahren gewährleisten eine große Vielfalt an Fähigkeiten und Erfahrungen. Bei besonderen Einsätzen ist die Fachgruppe zwischenzeitlich nicht mehr wegzudenken und eine wichtige Unterstützung im Einsatzgeschehen und der Nachsorge für Einsatzkräfte in den Hilfsorganisationen und Feuerwehren geworden.  

Für weitere Informationen steht die Fachgruppe unter folgender E-Mail-Adresse zur Verfügung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Fotos: Landkreis Uelzen