„Das Beste, was wir haben, sind wir“ - Tag der offenen Tür an der KGS Bad Bevensen
- Subtitle: Bad Bevensen
Bad Bevensen. Wenn es schon morgens nach Bratwurst, frisch gebackenen Crêpes und Kaffee duftet, dann ist wieder Tag der offenen Tür an der Kooperativen Gesamtschule (KGS). Um 10.30 Uhr ist es bereits rappelvoll, und aus der Gruppe, die sich für die erste Schulführung sammelt, werden kurzerhand zwei gemacht. Vor allem Eltern, deren Kinder nach der vierten Klasse auf die KGS wechseln sollen, möchten die Schule heute besser kennenlernen. Und die zeigt sich von ihrer besten Seite.´
In den Klassenräumen experimentieren hinter großen Plastikbrillen Nachwuchs-Chemiker, Fahrzeuge aus Fischertechnik werden per App manövriert und nebenan wird ganz klassisch mit Laubsäge gewerkelt. Der Schulverein wirbt gleich im Eingang der Pausenhalle mit einer Tombola, ein paar Schritte weiter wechseln alte Landkarten den Besitzer, natürlich auch für einen guten Zweck. Der Blick auf Ländernamen, die es schon lange nicht mehr gibt, löst bei manchem ein Schmunzeln aus. Beim Projekt „Zweitzeugen“ geht’s um ernstere Themen. Junge Menschen sollen ermutigt werden, sich mit der Geschichte von Holocaust-Überlebenden vertraut zu machen, um so selbst zu zweiten Zeugen zu werden. Denn: wer um die Vergangenheit weiß, kann sich dafür einsetzen, dass sie sich nicht wiederholt.
Weiter geht’s in die Mensa. „Sing up“, die Chor-AG von Lehrer Jan Hellberg hat um 11 Uhr ihren Auftritt. Etwa 20 Schülerinnen – und wenige Schüler der 5. – 7. Klasse blicken aufgeregt ins Publikum. Man winkt noch mal kurz den Eltern oder Geschwistern zu, und dann geht’s auch schon los mit „Kann mich irgendjemand hör‘n?“ Die Antwort ist ein klares Ja, nur mitsingen will dann doch niemand, obwohl viele Eltern den bekannten Song aus „Die Magische Schule der Tiere“ sicher kennen. Kurz vor Schluss erklingt noch „Mehr davon“, und der Textzeile „Das Beste, was wir haben, sind wir“, wird wohl jeder im Saal uneingeschränkt zustimmen.
Die AGs, die sich heute präsentieren, sind Teil der offenen Ganztagsschule. Sie ermöglichen das gemeinsame und übergreifende Lernen, das im regulären Unterricht getrennt nach Schulformen stattfindet. Kooperative Gesamtschule eben und „das Beste aus beiden Welten“, wie eine Lehrerin erläutert.
Das Konzept scheint aufzugehen, die Schule wird seit Jahren mehr als gut angewählt. Die Lehrerin bestätigt das und ergänzt: „Und auch die Lehrer kommen gerne her. Die KGS war die erste Schule, an der ich unterrichtet habe. Und wenn’s nach mir geht, kann es gerne auch die letzte sein.“ sim/Fotos: S. Simon