Technische Mängel bei Waldbrand-Bekämpfungseinheit: CDU-Abgeordnete kritisieren Land
Uelzen. Niedersachsen hat spezielle Feuerwehr-Einheiten aufgebaut, die Fahrzeuge nach neuestem Standard einsetzen . Sie sollen bei großen Bränden helfen - auch europaweit. Auch der Landkreis Uelzen ist gemeinsam mit dem Landkreis Gifhorn Teil einer solchen Einheit (UEN berichteten: https://uelzener-nachrichten.com/blaulicht/7883-geruestet-fuer-den-einsatz-in-ganz-europa-uelzener-und-gifhorner-feuerwehrleute-bilden-spezialeinheit-zur-bekaempfung-von-waldbraenden)
Bei der Dienstversammlung der Kreisfeuerwehr Gifhorn Ende Februar wurde deutlich: Die neue GFFF-V-Einheit ist wichtig. Aber bei Fahrzeugen, Ausstattung, Ausbildung und Unterbringung gibt es Fragen an die Landespolitik. Vor allem ging es darum, ob das Land die Feuerwehren und Kommunen in diesem Zusammenhang ausreichend unterstützt. Diese Hinweise haben die CDU-Landtagsabgeordnete Lena-Sophie Laue und Alexander Wille, katastrophenschutzpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, aufgegriffen.
Gemeinsam stellten sie eine Kleine Anfrage an die Landesregierung. Die Antwort zeigt: Es gebe deutliche Probleme. Bei den Fahrzeugen dieser besonderen Feuerwehr-Einheiten wurden landesweit insgesamt 640 Mängel gemeldet. 182 Mängel sind noch nicht behoben. Im Schnitt dauert es 257 Tage, bis ein Mangel erledigt ist.
Auch die Einheit 3 Uelzen/Gifhorn ist betroffen. Für diese Einheit wurden insgesamt 95 Mängelmeldungen aufgeführt. 57 Mängel sind behoben. 38 Mängel sind noch offen. Zur Einheit gehören ein Kommandowagen, vier CCFM 3000 Niedersachsen und ein Gerätewagen GFFF-V. Die Fahrzeuge sind auf die Landkreise Uelzen und Gifhorn verteilt. Lena-Sophie Laue sagt dazu: „640 Mängelmeldungen sind kein kleines Problem. Das ist ein Warnsignal. Auch unsere Einheit Uelzen/Gifhorn ist betroffen. Unsere Feuerwehrleute fahren raus, wenn andere Hilfe brauchen. Dann muss die Technik funktionieren. Darauf müssen sie sich verlassen können.“
Laue: „Schöne Fotos von der Übergabe reichen nicht. Die Technik muss im Einsatz funktionieren. Das Land darf Verantwortung nicht einfach an Kommunen und Feuerwehren weiterreichen.“
Alexander Wille sagt: „Es ist richtig, dass Niedersachsen solche Einheiten aufbaut. Aber der Katastrophenschutz muss im Ernstfall funktionieren. Dafür muss das Land schneller und verlässlicher handeln.“
Für Laue ist klar: „Wer das Ehrenamt stärken will, muss es auch praktisch entlasten. Ehrenamt stärken darf keine Floskel sein. Unsere Feuerwehrleute geben ihre Freizeit. Sie üben, sie bilden sich fort, sie fahren zu Einsätzen. Dann darf das Land sie nicht mit
Mängeln, langen Wartezeiten und offenen Fragen alleinlassen.“
Foto: Kreisfeuerwehr Gifhorn