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Blaulicht

Kriminalstatistik 2025: Rekord-Aufklärungsquote und sinkende Fallzahlen

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Von Michael Michalzik

Uelzen. Rückläufige Fallzahlen(-2 Prozent) und eine Rekord-Aufklärungsquote von 71,11 Prozent: Im Polizeikommissariat Uelzen konnte man angesichts der Vorstellung der Kriminalstatistik 2025 am heutigen Dienstag einen gewissen Stolz nicht überhören. Mit Recht: Vieles, was seitens der Polizei seit Jahr und Tag unermüdlich an Präsenz-, Präventions- und Ermittlungsarbeit geleistet wurde, trägt Früchte, unter anderem bei Haus- und Wohnungseinbrüchen (-10 Prozent).

„Die Menschen leben in unserem Landkreis objektiv sicher“, hielt Polizeihauptkommissarin Birgit Insinger, Leiterin des Kriminalermittlungsdienstes, entsprechend fest. Kommissariatsleiter Polizeioberrat Sebastian Pölking: „Sicherheit ist kein Zufall. Uelzen ist ein stabiler und sicherer Landkreis.“ Zu der guten Arbeit der Beamten zählt Pölking auch die gute Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern wie der Hansestadt Uelzen, aber auch mit den Bürgerinnen und Bürgern, als Grund für die herausragenden Zahlen: "Es ist ein gutes Gesamtpaket."

6.005 Straftaten wurden 2025 kreisweit begangen. Im Jahr zuvor waren es noch 6.127. Die Zahl der Sexualdelikte ist um 10 Prozent auf 185 gesunken. Rohheitsdelikte nahmen geringfügig zu - von 1.112 im Jahr 2024 auf 1.160 im vergangenen Jahr. Rückläufig sind auch Diebstahlsdelikte (-2,25 Prozent auf 1.869). Besondere Erfolge waren bei Kfz-Diebstählen zu verzeichnen: ein Minus von 16,67 Prozent.

Um Einbrüchen in Häuser vorzubeugen, rät die Polizei weiterhin zur Achtsamkeit. Birgit Insinger verweist außerdem auf das Beratungsangebot der Polizei zur Sicherung von Immobilien.

Richtig schwer hatten es im vergangenen Jahr Ladendiebe - obwohl die Polizei es mit ganzen Serien zu tun hatte, die von Einzeltätern begangen wurden: Die Aufklärungsquote hat 93 Prozent erreicht.

Gezielt gehen Kriminelle nach wie vor ältere Menschen an, sei es mit fingierten Haustürgeschäften oder Enkeltricks. Die Polizei geht im Präventionsbereich mit Info-Kampagnen sowie der Arbeit der Präventionsbeamtin Stella Giese dagegen an. Dennoch geht Pölking von immens hohen Schäden aus, die Täter vom Ausland aus begehen, um ihre Opfer per Telefon oder Online-Messengerdiensten um ihr Geld zu bringen: „Da wird perfide mit Emotionen gespielt. Wir gehen von einem hohen Dunkelfeld aus, weil viele Opfer sich aus Scham nicht zur Polizei begeben.“

Eine hohe Dunkelziffer vermuten die Beamten auch bei Fällen von häuslicher Gewalt (327 im vorigen Jahr): Nur jeder 20. Fall in Deutschland werde angezeigt. Dennoch: Die Zahl derer, die nach solchen Übergriffen im eigenen Umfeld die Polizei einschalten, nimmt weiter zu, immer mehr Gewalt-Opfer trauen sich.

2026 wird die Polizei in Uelzen die wesentlichen Schwerpunkte ihrer Arbeit aus den vergangenen Jahren fortsetzen. Die Beamtinnen und Beamten im Einsatz- und Streifendienst um Leiter Polizeihauptkommissar Christian Weiß wollen Kriminalität weiter durch Präsenz im öffentlichen Raum niedrig halten. Hinzu kommen Einsatzschwerpunkte in den Bereichen Eigentumskriminalität. „Besonders der Bereich der Wohnungseinbrüche bleibe aufgrund des schwerwiegenden Eingriffes in die Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger weiter im Fokus unserer Polizeiarbeit“, so Polizeisprecher Kai Richter.

Foto: Michalzik