Tag der Entscheidung: Nächste Woche befindet das Bundesverwaltungsgericht über den weiteren Ausbau der A39
Von Michael Michalzik
Uelzen/Landkreis. Kann der Weiterbau der A39 beginnen - oder überwiegen umweltrechtliche Bedenken? In der kommenden Woche, am Dienstag, 23. Juni, entscheidet das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über Fortsetzung oder Stopp des Projekts.
Wie die Gifhorner Rundschau berichtet, geht das Gericht aus, dass die Entscheidung binnen eines Tages fallen wird - Fortsetzungstermine sind jedenfalls nicht anberaumt.
Wie berichtet, klagt die BUND-Kreisgruppe Gifhorn gegen den 14 Kilometer langen Abschnitt bei Wolfsburg. 2019 hatte der BUND erfolgreich Einspruch gegen den Planfeststellungsbeschluss eingelegt. Jahrelange Nachbesserungsarbeiten seitens der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr waren damals erforderlich. Auf den verbesserten Plan erfolgte umgehend eine erneute Klage des BUND, die nun eine abschließende Bewertung vor dem Bundesverwaltungsgericht erforderlich macht.
Die A39, die seit Jahrzehnten in Planung ist, soll bei Fertigstellung die 100 Kilometer lange Lücke zwischen Wolfsburg und Lüneburg schließen. Die Trasse verläuft zum überwiegenden Teil durch den Landkreis Uelzen. Planfestgestellt sind der nördlichste (Lüneburg) und der südlichste (Ehra-Lessien bei Wolfsburg) der insgesamt sieben Abschnitte.
Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume hatte jüngst im exklusiven Interview mit den Uelzener Nachrichten erklär: „Die A39 ist nach wie vor zentrales Infrastrukturprojekt. Ich hoffe, dass dieses Jahr das Bundesverwaltungsgericht über die anhängigen Klageverfahren entscheidet und dann der sprichwörtliche erste Spatenstich erfolgt. Mit der A39 soll nicht mehr Verkehr produziert werden, sondern Menschen und Wirtschaft sollen von einer besseren Mobilität profitieren.“
Von der IHK Lüneburg-Wolfsburg gibt es ebenfalls eine klare Ansage: „Der Lückenschluss der A39 erschließt Deutschlands größten autobahnfreien Raum und verbessert so die Erreichbarkeit und Anbindung der Region sowie der hier beheimateten Unternehmen und der neu zu entwickelnden Gewerbe- und Wohnstandorte. Die A39 unterstützt dadurch maßgeblich wirtschaftliche Entwicklungspotentiale in unserer eher ländlich geprägten, vergleichsweise strukturschwachen Region. Die Autobahn reduziert durch eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit die Reisezeit und lässt verschiedene Teilregionen Niedersachsens und Norddeutschlands zusammenwachsen. Neue Märkte werden erschlossen, die Erreichbarkeit für Unternehmen verbessert sich, der Suchradius für dringend benötigte Fachkräfte kann vergrößert werden. Zahlreiche Gewerbegebiete mit Investitionen und neuen Arbeitsplätzen in der Region sind in ihrer Entwicklung von der Erschließung durch die A39 abhängig. Dies betrifft z.B. den Hafen-Ost in Uelzen.“
Am Dienstag könnte es die höchstrichterlich abgesegnete Bau-Erlaubnis geben.
Grafik (Autobahn GmbH): So könnte der Trassenverlauf der A39 im Landkreis Uelzen aussehen.