Kein Sonntag wie jeder andere: Landrat Dr. Heiko Blume geht in seine dritte Wahl
Uelzen/Landkreis. Seit 2011 ist Dr. Heiko Blume Landrat des Landkreises Uelzen. Zwei Wahlen hat der 59-jährige Sparkassenkaufmann und Jurist bereits für sich entschieden. Früh legte er sich fest, in eine dritte Amtszeit gehen zu wollen. Wahlkampf-Routine schleicht sich aber dennoch nicht ein: „Der kommende Sonntag ist eben kein Tag wie jeder andere.“ Den Wahlsonntag will der amtierende Landrat mit seiner Familie verbringen - „vielleicht mit einem Eis und einer Radtour“.
Denn noch am Samstag geht es auf die Zielgerade: In der Uelzener Innenstadt wird der CDU-Kandidat am Stand präsent sein und Gespräche mit den Bürgern führen.
Zu den Themen, die aktuell im Landkreis intensiv diskutiert werden, gehören regenerative Energien: Weil das OVG Lüneburg 2022 den Teil des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP), der Vorrangstandorte für Windparks mit Ausschlusswirkung im übrigen Kreisgebiet festgelegt hat, für unwirksam erklärt hat, können derzeit Bauanträge für den ganzen Landkreis gestellt werden. Da der Bund Windräder als privilegierte Bauprojekte einstuft, muss der Landkreis eingehende Bauanträge prüfen und bei Vorliegen der Voraussetzungen genehmigen. Blumes Verwaltungsteam arbeitet derzeit unter Hochdruck: „Spätestens Ende nächsten Jahres soll der Kreistag das RROP beschließen.“
Doch das reicht dem Verwaltungschef nicht: „Der Kreistag müsste in dieser Phase einen Genehmigungsstopp beschließen können. Da muss der Bund aktiv werden.“ Bestens vernetzt und unter anderem im Deutschen Landkreistag aktiv, will Blume dieses Ziel beim Bundesbauministerium erreichen. Der Landrat macht außerdem deutlich: „Vier Prozent der Kreisfläche für die Windenergie, wie vom Land vorgegeben, sind zu viel.“ Außerdem müssten auch alle Anlagen außerhalb der künftigen Vorranggebiete voll auf das Flächenziel des Landkreises angerechnet werden können.
Ein weiteres Thema, für das sich der amtierende Landrat stark macht: die A39. Blume hat unter anderem 14 Landkreise und kreisfreie Städte zusammengebracht, auf die der Bau der Autobahn direkte, positive Auswirkungen haben würde. Ein gemeinsames Schreiben ging nach Berlin. Blume: „Es ist ein Signal des ländlichen Raums. Die Mehrheit der Menschen wartet auf den Bau. Ich bleibe da dran.“
Im 2022 bezogenen, neuen Kreishaus stehen viele weitere Aufgaben an, um die Verwaltung digitaler und bürgerfreundlicher zu machen. Eine große und aufwändige Umstrukturierung ist auf einem guten Weg: Vergangenes Jahr wurde aus Sozialamt, Jugendamt, Amt für Teilhabe sowie Amt für Sozial- und Jugendhilfeplanung der neue „Fachbereich Jugend und Soziales“. Einer der Vorteile: Kapazitäten werden frei, um eine direktere, persönlichere Betreuung zu ermöglichen.
Landrat Dr. Blume ist stolz auf den Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und auch das Ehrenamt ist für ihn ein hohes Gut. Deshalb wird er es sich auch diesen Sonntag nicht nehmen lassen, den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern in „seinem“ Wahllokal in Klein Süstedt, stellvertretend für die vielen zu danken, die sich im ganzen Kreisgebiet am Sonntag für demokratisch gesicherte und korrekte Wahlen einsetzen.