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Kommentar

Kein Fahrspaß auf öffentlichen Straßen

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Tempo 130 auf Autobahnen? Das sei mit ihm nicht zu machen, sagt mein Gegenüber, er brauche halt seinen Fahrspaß. Da ist er bei mir genau an der richtigen Stelle. Mehr als zehn Jahre lang habe ich mir als Polizeireporter wieder und wieder ansehen müssen, wohin "Fahrspaß" auf einer öffentlichen Straße führen kann. Etwa zu dem Senior, der einfach nur mit seinem Fahrrad am Bordstein stand und auf Grün wartete. Was er nicht ahnen konnte: Dass ein junger Mann mit seinem PS-starken Altfahrzeug und weit mehr als Tempo 100 auf dem Tacho in den Kreuzungsbereich einfuhr, völlig falsch reagierte und von der Straße abkam. Der touchierte Senior war auf der Stelle tot. Auch die beiden Jungs, die auf einem Acker nach einem 30-Meter-Flug in ihrem Polo bei lebendigem Leibe verbrannten, werde ich nicht vergessen. Unfallursache: Raserei. Oder den Motorradfahrer, dem durch das von ihm umgefahrene Verkehrsschild ein Bein oberhalb des Knies glatt abgetrennt wurde. Zu schnell einer Kurve unterwegs. Ich könnte diese Kolumne reihenweise mit weiteren Brutalitäten füllen, die das Ergebnis völlig überhöhter Geschwindigkeit und falscher Selbstwahrnehmung waren. Entsprechend knapp fiel auch meine Antwort aus: "Die öffentlichen Fahrspaß-Zeiten sind vorbei. Wenn du Fahrspaß haben willst, fahr nach Oschersleben zur Rennstrecke, kauf dir ein Ticket und mach das dort mit dir selbst aus."

Michael Michalzik

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