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Landkreis Uelzen

Squid Game auf dem Schulhof: Polizei gibt Tipps für Eltern

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Uelzen/Landkreis Die Idee eines tödlichen „Spiels“, in dem jeder gegen jeden und in der Regel um ein hohes Preisgeld kämpft, ist in der Science Fiction ein fast uraltes Thema. Clark Darltons „Todesschach“, bei dem Einzelkämpfer sich auf kilometergroßen Spielfeldern erbitterte Duelle um Leben und Tod liefern, stammt aus dem Jahr 1970. Es folgten der dreiteilige Kinohit „Hunger Games“ und die japanische Brutalreihe „Battle Royale“ in jüngeren Jahren. Jüngstes Beispiel: Der Netflix-Erfolg „Squid Game“, bei dem Verlierer einer Spieleserie mit dem Tod bestraft werden, bricht aktuell Zuschauerrekorde.

Die Faszination reicht weit: Aus vielen deutschen Schulen wird inzwischen von einer Schulhof-Variante berichtet, bei dem natürlich niemand ums Leben kommt – aber als Verlierer geohrfeigt, getreten oder gedemütigt wird. Die Polizei in Wolfsburg warnt Eltern bereits.

Bei uns ist der üble Trend polizeilich noch nicht vermerkt. Dennoch sind die Präventionsexperten darauf vorbereitet. Kriminalhauptkommissar Arne Schmidt von der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen: „Uns wurde bislang noch kein Fall gemeldet. Das bedeutet aber nicht, dass es das nicht schon gegeben hat.“ Was macht die Schulhof-Variante von Squid Games so verwerflich? Der Beauftragte für Jugendsachen beim Präventionsteam der Polizei: „Natürlich müssen junge Menschen ihre Kräfte messen können. Aber wenn am Ende Gewalt steht, ist ganz klar eine Schwelle überschritten.“

Eltern sollten nach Einschätzung des Kriminalhauptkommissars aber nicht mit Verboten reagieren, etwa ihren Kindern untersagen, die Netflix-Serie zu sehen: „Das führt nur dazu, dass das Verbot umgangen und die Serie woanders geguckt wird.“ Besser sei es unter Umständen, sich die Reihe gemeinsam anzusehen, so die Heranwachsenden alt genug seien, und über das Gesehene zu sprechen: „Es ist wichtig, gemeinsam darüber zu sprechen.“

Auch generelle Verbote an Schulen sieht der Beamte kritisch: „Wichtig ist, dass Erwachsene erklären, was dort nicht in Ordnung ist, um den Kindern und Jugendlichen eine Einordnung zu ermöglichen.“ Ein spielerischer Vergleich wie beim Tauziehen sei für junge Menschen eine wichtige Erfahrung. Es müsse nur deutlich gemacht werden, dass der Verlierer keine „Bestrafung“ verdient habe, schon gar nicht in Form von Gewalt.

Screenshot: Michalzik/Inhalt: Netflix

 

 



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