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Landkreis Uelzen

„Realitäten vor Ort anerkennen!“ – Landrat Dr. Blume im „Dialogforum Wolf“

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Hannover/Uelzen. Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume hat heute an der Plenumssitzung des Dialogforums „Weidetierhaltung und Wolf“ im Niedersächsischen Umweltministerium in Hannover teilgenommen. Dort ging es unter anderem das Wolfsmanagement. Nachdem Europa den Schutzstatus des Wolfs gesenkt und der Bund den Wolf ins Jagdrecht überführt hat, geht es nun darum, wie das Land die dort eröffneten und gewollten Möglichkeiten in Niedersachsen nutzt.

Der Bund sieht vor, dass die Wolfsbestände überall dort bejagt werden können, wo ihre Bestände dies erlauben und erfordern. Dieses soll durch Managementpläne erfolgen. Zudem ist vorgesehen, dass bei Rissereignissen schneller und pragmatischer als bisher reagiert werden kann. „Die auch vom Land Niedersachsen zuletzt selbst geschürten Hoffnungen auf einen Kurswechsel in der niedersächsischen Wolfspolitik werden absehbar immer noch nicht erfüllt“, so Landrat Dr. Heiko Blume direkt nach der Plenumssitzung. Umweltminister Christian Meyer und Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte würden das „Management“ nach wie vor an das Vorliegen von Rissereignissen knüpfen – und dies auch nur dann, wenn bestimmte Schutzanforderungen erfüllt werden.

„Das hat mit einem Management im Sinne einer Bewirtschaftung wenig zu tun. Damit bleibt das Land hinter den zuletzt vom Bund eröffneten Möglichkeiten zurück“, so Blume. Gleichzeitig sollen die Landkreise als untere Jagbehörden alle Zuständigkeiten beim Wolf an das Land abgeben. Dazu Uelzens Landrat: „Dass zunächst das Land für Managementpläne zuständig sein soll, macht ja grundsätzlich Sinn.“ Wenn allerdings ein solcher „Managementplan“ diesen Namen nicht verdiene, sondern sich darin erschöpfe, den Abschuss auf Problemwölfe und -rudel zu beschränken, sollten die Landkreise zuständig bleiben und die Frage des Managements in eigener Zuständigkeit regeln können, so Blume weiter. Abschusspläne seien ein etabliertes Mittel der Landkreise als untere Jagdbehörden, um Wildbestände zu bewirtschaften. „Unsere Politik vor Ort hat seit vielen Jahren die Realitäten erkannt. Mit zwei Resolutionen forderte der Uelzener Kreistag wiederholt auch vom Land, sich für einen pragmatischen und ideologiefreien Umgang mit dieser faszinierenden Wildart einzusetzen“, konstatiert Uelzens Landrat.

Nun gehe es darum, dass die Landespolitik endlich die Realität vor Ort, sprich in den ländlichen Regionen wie der Lüneburger Heide, anerkenne. Es gehe ihm um die Weidetierhalterinnen und -halter im Landkreis Uelzen. Und es gehe ihm darüber hinaus auch generell um die Menschen auf dem Land. „Ich werde immer wieder von Bürgerinnen und Bürgern angesprochen, die seit Jahren nicht mehr allein im Wald joggen oder sparzieren gehen – aus Sorge vor dem Wolf. Diese Menschen würden sagen: Das ist nicht mehr mein Wald!“ Und Blume weiter: „Die Debatte muss wieder vom Kopf auf die Füße gestellt werden, sprich der Wolf muss die Scheu vor dem Menschen zurückgewinnen. Dies gelingt nur mit einem Abschussplan, der den im Übrigen voraussetzungslosen Abschuss einer zuvor festgesetzten Zahl von Jungwölfen innerhalb festgesetzter Jagdzeiten vorsieht, solange und soweit die Wolfsbestände dadurch nicht gefährdet werden“, so Blume abschließend. 

Foto: Landkreis Uelzen