Uelzen/Landkreis. Es sind Fahrten, die Erinnerungen schaffen. Fahrten voller Nähe, Menschlichkeit und besonderer Augenblicke. Seit mittlerweile zehn Jahren erfüllt die Initiative „Wunschmomente“ der DRK-Bereitschaft Kreis Uelzen in Zusammenarbeit mit dem Hospiz am Stadtwald Uelzen und dem Palliativnetz Landkreis Uelzen schwerstkranken Menschen letzte Herzenswünsche.
Was 2016 aus einer Idee von Inka Franke entstand, hat sich bis heute zu einem außergewöhnlichen ehrenamtlichen Angebot entwickelt. Ob ein letzter Besuch am Meer, ein Spaziergang durch den Wald, ein Eis in der Stadt oder noch einmal zuhause sein – die Wünsche der Gäste könnten unterschiedlicher kaum sein. Und doch haben sie eines gemeinsam: Sie schenken schwerkranken Menschen und ihren Angehörigen noch einmal wertvolle gemeinsame Zeit.
„Jede Fahrt ist besonders“, sagt Doris Bruns-Schreiber, die sich seit acht Jahren ehrenamtlich für die Initiative engagiert. Gemeinsam mit Sarah Erasmus organisiert und begleitet sie die Wunschfahrten. 58 Fahrten hat Doris Bruns-Schreiber inzwischen vorbereitet und begleitet.
„Insgesamt war der Wunschmomente-Wagen 450 Mal in den vergangenen zehn Jahren auf Tour, 5.000 Stunden wurden dabei geleistet“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Andreas Schulze. Jede Fahrt stand dabei für sich, als außerordentliches Erlebnis für Patienten und Angehörige ebenso wie für das Team.
Viele dieser Momente bleiben unvergessen. Etwa die Begleitung eines weiblichen Hospizgastes zur Hochzeit eines Angehörigen. Mit großer Kraft und Unterstützung konnte sie diesen besonderen Tag noch einmal gemeinsam mit ihrer Familie erleben. Oder der Wunsch eines Gastes, sich die Tatze seines geliebten Hundes tätowieren zu lassen – eine Fahrt, die alle Beteiligten emotional tief bewegte. Auch der Besuch eines letztens Spiels des geliebten HSV, dessen Organisation viele, viele Vorbereitungen und letztlich dank der Unterstützung des FC St. Pauli realisiert werden konnte, ist noch in besonderer Erinnerung.
Die Initiative lebt dabei von großem ehrenamtlichem Engagement. Zahlreiche Helferinnen und Helfer begleiten die Fahrten medizinisch und menschlich. Viele von ihnen engagieren sich zusätzlich zu ihrem Beruf, vor allem beim DRK. Denn eine medizinische Vorbildung ist für diese Fahrten unerlässlich.
Für Doris Bruns-Schreiber steht dabei immer der Mensch im Mittelpunkt: „Dieser Tag soll für die Gäste und ihre Angehörigen etwas ganz Besonderes sein – und das wird er auch.“
Fotos: Michalzik