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Blaulicht

In Schraubgläsern zu Tode gequälte Kätzchen: Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen Bad Bodenteicher Verdächtigen wieder aufgenommen

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Bad Bodenteich. Die Tat hatte im vorigen Jahr bundesweit für Entsetzen gesorgt: In einem Bad Bodenteicher Ortsteil soll ein Mann neugeborene Kätzchen in Schraubgläser gestopft und sie auf diese Weise qualvoll erstickt haben (UEN berichteten exklusiv). Nicht nur einmal, sondern immer dann, wenn die im Haus wohnenden ausgewachsenen Katzen wieder Nachwuchs zur Welt gebracht hatten. Wie ein Schlag in die Magenkuhle vieler Tierfreunde kam dann kurze Zeit später die Info: Die zuständige Staatsanwaltschaft Lüneburg stellt das Verfahren gegen den Verdächtigen ein. 

Doch jetzt die Kehrtwende, auf die unter anderem die 110.000 Teilnehmer aus ganz Deutschland gewartet haben, die eine entsprechende Online-Petition gegen die Verfahrenseinstellung unterschrieben hatten: Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat das Ermittlungsverfahren wegen der grausamen Taten an den Kitten wieder aufgenommen. 

Das teilt soeben der Uelzener Verein Katzen-Hilfe e.V. mit, der eine entsprechende Anfrage an die Ermittler gestellt hatte. Der Verein war von der ersten Minute mit dem Fall befasst, nachdem sich eine beherzte Augenzeugin den Tierschützern offenbart hatte: Ein Mitglied der Katzen-Hilfe war bei dem Polizeieinsatz in der Nähe von Bad Bodenteich dabei und sah, was sich Schreckliches in dem Wohnhaus abgespielt hatte.

Die ehrenamtliche Helferin hatte gegenüber den Uelzener Nachrichten berichtet, wie sie mit den Beamten in das betreffende Haus kam: Ein Bewohner, ein erwachsener Mann, sei gerade wach geworden: „Gegenüber der Veterinärin und der Polizei räumte er nach kurzer Befragung ein, die Kitten auf die von der Hinweisgeberin beschriebene Weise getötet zu haben.“ Im oberen Stockwerk sah die Tierschützerin, wie eine Mitarbeiterin des Veterinäramts gerade ein Schraubglas mit zwei toten Kätzchen sicherstellte. Der Täter soll Gläser mit toten Kätzchen aufgehoben und gesammelt haben.

Die Katzen-Hilfe: „Dass die Justiz diesen Fall nun doch weiter verfolgt, ist ein bedeutender Schritt für den Tierschutz. Wir sind tief bewegt und dankbar, dass so viele Menschen ihre Stimme für diese Tiere erhoben haben. Über 110.000 Unterschriften und unzählige Nachrichten der Anteilnahme zeigen: Dieses Leid darf nicht ignoriert werden. Eure Stimmen haben Gewicht. Eure Solidarität ist das Rückgrat unserer Arbeit."

Seinerzeit war das Verfahren eingestellt worden, weil „mit weiteren Verfehlungen nicht zu rechnen, sei, wie der Beschuldigte sich gezeigt habe“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft damals auf UEN-Anfrage. Der Beschuldigte sei verwarnt worden, die weiblichen Katzen wurden sichergestellt, der Mann habe sofort ein Haltungsverbot seitens des Landkreises ausgesprochen bekommen. Entsprechend seien weitere strafrechtliche Maßnahmen verzichtbar, hatte es damals seitens der Ermittlungsbehörde geheißen.

Doch diese Einschätzung hat sich nun offenkundig geändert. Dennoch betont die Katzen-Hilfe: 

„Ein wichtiger Schritt, kein Zielpunkt!

Wir freuen uns über diesen Etappensieg, bleiben aber realistisch: Eine Wiederaufnahme bedeutet noch keine Verurteilung. Dennoch ist es die Reaktion, auf die wir alle gehofft haben. 

Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit!

Wir möchten euch bitten: Habt Geduld mit dem Verfahren. Nur weil man vielleicht längere Zeit nichts Neues hört, bedeutet das nicht, dass nichts in Bewegung ist. Ermittlungen brauchen Zeit, Sorgfalt und Ruhe.

Auch wenn wir alle auf Gerechtigkeit hoffen, haben wir eine Bitte an euch: Lasst die Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft nun in Ruhe ihre Arbeit machen. Wir möchten den Behörden ermöglichen, den Fall mit der gebotenen Sorgfalt und Gründlichkeit zu bearbeiten. Bitte seht von persönlichen Nachfragen bei den Dienststellen/Behörden ab.

Wir danken euch allen von Herzen für euer Mitgefühl und eure unermüdliche Unterstützung. Wir halten euch über wesentliche Entwicklungen auf dem Laufenden.“

Symbolfoto: Adobe Stock