Zusammenarbeit über Kreis- und Landesgrenzen hinweg: Neuer Schwung für den Hanse-Wendland-Radweg
Uelzen/Landkreis. Er ist rund 160 Kilometer lang, führt durch zwei Bundesländer und drei Reiseregionen: Der Ende 2022 eingeweihte Hanse-Wendland-Radweg verbindet die Heideregion Uelzen, das Wendland und die Altmark. Seine Länge bietet beste Voraussetzungen für eine zwei- bis dreitägige Kurzreise mit dem Fahrrad durch attraktive Landschaft mit spannender Geschichte und viel Natur. In Radlerkreisen ist das Angebot noch ein Geheimtipp. Doch das soll sich nun ändern.
Der Tourismusverein HeideRegion Uelzen e. V. hat die Zusammenarbeit der beteiligten Kommunen und Tourismusorganisationen in diesem Jahr neu angestoßen und intensiviert. Mehr als 60 Kilometer des Radfernwegs verlaufen durch den Landkreis Uelzen: von Bad Bodenteich in der Samtgemeinde Aue über die Hansestadt Uelzen bis in die Samtgemeinde Rosche. Damit besitzt der Hanse-Wendland-Radweg für den Landkreis besondere Bedeutung.
Etwa alle zwei bis drei Monate kommen Vertreter der beteiligten Kommunen und Tourismusorganisationen in einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe zusammen. Das gemeinsame Ziel: Beim Internationalen Hansetag vom 10. bis 13. Juni 2027 in Braunschweig soll der Radfernweg mit neuen Angeboten vorgestellt werden. Zu ihrem jüngsten Austausch traf sich die Gruppe jetzt erneut im Uelzener Rathaus.
Ein zentrales Vorhaben ist die Entwicklung eines „Hansepasses“. Er soll entlang des Radwegs erzählen, welche Rolle die Hansestädte Uelzen und Salzwedel spielten und wie Handel und Warenproduktion zur Hansezeit auch das Wendland, die Altmark und die ländlichen Gebiete der heutigen Heideregion prägten.
Feste Stempelstationen sollen den Hansepass um ein spielerisches Element ergänzen. Vorgesehen sind eigens angefertigte Prägestempel mit Motiven zur Hanse, zum Wendland oder zum jeweiligen Ort. Dass das Sammeln solcher Stempel keineswegs nur Kinder anspricht, zeigen die Erfahrungen aus anderen Regionen: Auch viele Erwachsene nutzen solche Angebote mit Begeisterung.
Überarbeiten will man zudem den Tourenflyer, der schon bisher erfolgreich als Informations- und Werbeträger in den Touristinformationen, auf Messen und Radevents eingesetzt wurde. Im Altmarkkreis wird parallel daran gearbeitet, verbliebene Lücken in der Beschilderung zu schließen. Einheitlich gestaltete Informations- und Übersichtstafeln entlang der Route sind für einen späteren Schritt vorgesehen. Auch eine gemeinsame Website lässt sich bis zum Hansetag voraussichtlich nicht verwirklichen. Daher sollen zunächst die vorhandenen Internetseiten der einzelnen Regionen aktualisiert und besser aufeinander abgestimmt werden.
„Der Hanse-Wendland-Radweg ist ein ideales Ziel für ein verlängertes Wochenende für Naturliebhaber und Geschichtsinteressierte aus den umliegenden Ballungszentren Hamburg, Hannover, Braunschweig und Magdeburg“, sagt Peter Gerlach, stellvertretender Geschäftsführer der HeideRegion Uelzen. Ein weiteres Plus sind mehrere Bahnhöfe an der Strecke, die die An- und Abreise erleichtern. Wer mit dem Auto anreist, kehrt auf dem Rundkurs am Ende der Tour zum Ausgangspunkt zurück und muss das dort geparkte Fahrzeug nicht von einem anderen Ort nachholen. „Die Nachfrage nach kurzen Radreisen ist vorhanden. Jetzt geht es darum, aus der Strecke gemeinsam ein Angebot zu entwickeln, das über kommunale und Landesgrenzen hinweg funktioniert“, so Gerlach.
Dass der Aufwand sich lohnt, gerade auch für kleinere Orte abseits der touristischen Zentren, zeigt die aktuelle Radreiseanalyse des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs. Danach unternahmen 2025 rund 4,2 Millionen Menschen insgesamt 7,6 Millionen Radkurzreisen mit ein bis zwei Übernachtungen und gaben dabei durchschnittlich 144 € pro Person und Reisetag aus. Radreisende benötigen Unterkünfte, kehren in Cafés und Restaurants ein, kaufen unterwegs ein und besuchen Sehenswürdigkeiten. Voraussetzung ist allerdings, dass sie ein verlässliches und gut erkennbares Angebot vorfinden. Deshalb sollen künftig auch Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe entlang des Hanse-Wendland-Radwegs stärker in die Zusammenarbeit einbezogen werden.
Das nächste Treffen ist für den 24. November 2026 in Lüben geplant. Weitere Informationen gibt es bei der HeideRegion Uelzen unter
Fotos: HeideRegion Uelzen e.V.